Wie gelingt die Projektkooperation mit Briten?

Sind die ersten Wochen nach Start eines binationalen Projektes vergangen und auf beiden Seiten die ersten Fragezeichen aufgetaucht, dauert es meist nicht mehr lange, ehe sich ernste Konflikte am Horizont auftun. Meist wird zunächst davon ausgegangen, dass es sich um rein zwischenmenschliche Probleme handelt, dass gewisse Menschen einfach nicht so gut miteinander können. Schließlich stellt man jedoch fest, dass man es nicht mit Einzelfällen zu tun hat, sondern dass ja alle im Projektteam so ›komisch‹ sind.

Und schnell ist man bei einer sehr negativen Beurteilung der Nachbarkultur angelangt. Die Situation ist zunehmend verfahren und deutliche Reibungsflächen, gerade in der Projektarbeit, sind nicht mehr zu verkennen. Projekte schlagen fehl, da man in unterschiedliche Richtungen strebt. Ein ziemlich kostspieliges Unterfangen …

Die folgenden interkulturellen Faktoren sind für das Gelingen einer binationalen Projektarbeit mit Briten besonders entscheidend:

Informationsfluss

Am Anfang einer guten Projektkommunikation steht der Informationsfluss. Briten lassen Informationen besonders dann gut fließen, wenn die persönliche Ebene im Team stimmt. Dafür muss man nicht beste Freunde sein, aber man sollte einen freundlichen, höflichen Umgangston pflegen, nicht zu sehr auf seine eigene Meinung pochen und sich auf sanfte Weise kompromissbereit zeigen.

Die Informationswege sind in britischen Unternehmen nicht so sehr an Hierarchien gebunden, sondern dienen dazu, Menschen, die miteinander arbeiten, zusammenzuführen. So verlaufen die Wege in vielfältige Richtungen und nicht nur von oben nach unten.

Bei der Informationsbeschaffung geht man proaktiv vor und erwartet nicht, dass die anderen die benötigten Informationen automatisch liefern. Ebenso wird ein vorfiltriertes Weiterleiten von Informationen nicht so gerne gesehen. Briten entscheiden lieber selbst, welche Information für sie wichtig ist und welche nicht. Sie lehnen es nahezu ab, dass andere für sie mitdenken und setzen lieber ihren eigenen, individuellen Kopf dafür ein. Prinzipiell kann man hier, wie in vielen anderen Kulturen auch, von einer Informationsholschuld sprechen, wohingegen man im deutschsprachigen Raum eher von einer Bringschuld ausgeht.

Diese unterschiedliche Erwartungshaltung in der Informationsbeschaffung ist oft die Ursache von Konflikten
in der binationalen Projektarbeit. Auf deutschsprachiger Seite kann schnell der Eindruck entstehen, von den Briten nie korrekt informiert zu werden. Oder man verfällt sogar der schädlichen Mutmaßung, sie würden mit Informationen absichtlich hinter dem Berg halten. Dass sich aufgrund dessen schnell die Vertrauensfrage stellt, liegt auf der Hand.

Gehen Sie prinzipiell gerne proaktiv auf Ihre britischen Kollegen zu, am besten leibhaftig. Damit fördern Sie nicht nur die gute Beziehung, Sie bekommen auch automatisch die für Sie wichtigen Informationen zu einem Zeitpunkt, den Sie selbst bestimmen.

Fristen und Termine

Sicher ist das Verständnis für die Notwendigkeit von Fristen und Terminen in der britischen Geschäftskultur nicht so grundlegend anders. Die Frage ist vielmehr, zu welchem Preis? So bevorzugen Briten eher einen flexiblen Weg bis zum Erreichen der Deadline. Es gibt häufige Zusammenkünfte, um zu sehen, wie weit man ist, um sich neu zu orientieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die gesetzten Termine noch realistisch sind, ob man nicht eventuell das Aufgabenvolumen herunterschraubt, um Termine einhalten zu können etc. Durch den Ideen und Perspektivenaustausch erhofft man sich ein umfassenderes Bild der Gesamtsituation und damit auch eine genauere Einschätzung der Terminsetzung, -einhaltung oder gar -verschiebung.

Man hat es hier mit Gemeinschaftsprojekten zu tun, die vom Gedankenaustausch leben und aus Zwischenetappen bestehen, die gerne mit ein paar Guinnessrunden gefeiert werden. Im deutschsprachigen Raum hingegen hat jedes Teammitglied seine genau definierte Rolle, verbunden mit dem entsprechenden tiefgründigen Fachwissen. Ein häufiger Austausch mit Nicht-Experten wird eher als Einmischung empfunden, die zeitraubend und wenig zielführend ist.

Umgang mit Problemen

Das Zitat ›Our team is well balanced. We have problems everywhere.‹ stammt nicht von einem Briten, sondern von
dem amerikanischen Football-Coach Tommy Prothro (1920‒1995). Es lässt sich aber wunderbar nutzen, um die britische Haltung Problemen gegenüber zu verdeutlichen. Denn es zeigt eine fehlerfreundliche Einstellung und die
Art des Humors gleich mit.

So ist es im britischen Arbeitsleben nicht verwerflich, Fehler zu machen, solange man sie erkennt, dazu steht und
daraus lernt. Erkennt man den Fehler eines Kollegen, macht man höchstens indirekt darauf aufmerksam, man erhebt keine Anklage. Ein Konfrontationskurs ist ein absolutes No-Go. Das Potenzial, aus Fehlern zu lernen, steht für jeden Einzelnen im Vordergrund.

Iris Engler

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