Heldenreise: Die Weigerung des Helden (Refusal of the Call) – Teil 3

Trotz erster Zeichen und Hinweise auf die wichtige Rolle, die dem Helden bevorsteht, folgt in klassischen Filmplots nun oft der Widerstand. Der Protagonist zögert, zweifelt an sich selbst oder findet gute Gründe, sich der Herausforderung (noch) nicht zu stellen.

 

Im Film…

In Star Wars: Episode IV fühlt sich Luke Skywalker seinem Onkel verpflichtet und möchte auf Tatooine bleiben, um seiner Familie weiterhin zur Seite stehen zu können.

 

Im Leben des Expats…

Viele Dinge sind wichtig vor einer Entsendung – von der Beschaffung der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis über vertragliche Fragen bis hin zur Organisation des Umzugs und der Absicherung der Familie. Natürlich spielt auch das Thema interkulturelle Unterschiede eine Rolle – ebenso wie die Frage, wie sich das Leben und Arbeiten im Zielland gestalten wird.

Und doch drängen sich zunächst andere Themen in den Vordergrund: ohne Visum kein Flug, ohne Vertrag kein Auftrag, ohne Rückhalt in der Familie kein Start. Der Fokus liegt berechtigterweise auf dem, was dringend, konkret und zwingend ist. Die „weichen Faktoren“ – kulturelle Anpassung, Identitätsfragen, emotionale Vorbereitung – wirken in diesem Moment weniger bedrohlich oder relevant. Sie werden schlicht ausgeblendet.

 

Die Unterstützung…

Was bedeutet in dieser Phase die Einladung, an einem interkulturellen Training bzw. einer Entsendungsvorbereitung teilzunehmen?

Aus Sicht vieler Expats: zusätzlicher Aufwand. Zwischen To-do-Listen und Deadlines soll nun auch noch Zeit für ein Seminar eingeplant werden? Der innere Widerstand gegenüber einem ein- oder zweitägigen Training ist daher nachvollziehbar – besonders, wenn der persönliche Bezug zur Thematik noch fehlt.

Hiermit ist auch abgesteckt, was die Wirkung eines interkulturellen Vorbereitungstrainings zu diesem Zeitpunkt – zu dem die Helden noch kein Bewusstsein für die besonderen Herausforderungen haben – sein kann. Was sicherlich nicht gelingen wird, ist die Haltung der Helden, also der Teilnehmer des Vorbereitungstrainings, zu beeinflussen oder gar zu ändern. Dazu besteht aus ihrer Sicht kein Anlass.

Was es also an dieser Stelle braucht, ist ein Format, das nicht zusätzlich belastet, sondern entlastet:
Ein Training, das Orientierung gibt, Fragen beantwortet, realistische Einblicke ermöglicht, Zuversicht vermittelt – und dabei die Teilnehmenden genau da abholt, wo sie stehen.

Steffen Henkel

CEO der crossculture academy GmbH

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