
Es geschieht nun etwas, das den Helden dazu bringt, den Widerstand zu überwinden und sich auf die Reise zu begeben. Dies wird unterstützt durch einen Mentor. Dabei kann es sich um eine neue, zuvor unbekannte Person handeln oder auch um jemanden, der sich plötzlich als Helfer entpuppt. Dieser Mentor hilft, Orientierung zu geben, Zuversicht zu entwickeln – und Mut zu fassen. Er kann aber in der entscheidenden Stunde seinen „Schüler“ nicht ersetzen.
Im Film…
In unserem Beispiel Star Wars: Episode IV gibt es an dieser Stelle mehrere Schlüsselmomente: Luke Skywalker erfährt, dass er durch R2D2 die Baupläne hat, die der Rebellenallianz helfen können, den Todesstern zu zerstören. Gleichzeitig erzählt ihm Obi Wan Kenobi – sein Mentor – von seinen Vorfahren, die in die große Politik des Imperiums involviert waren. Zu guter Letzt gibt er Luke das Lichtschwert seines Vaters und führt ihm so sein Erbe vor Augen. Luke Skywalker überwindet nun seinen Widerstand und beginnt zu begreifen, dass er Teil von etwas Größerem ist. Der Mentor zeigt ihm nicht nur, was er tun kann – sondern auch wer er sein könnte. [http://www.youtube.com/watch?v=irGnnyGyHwU]
Im Leben des Expats und die Unterstützung…
In der Praxis einer Entsendungsvorbereitung hat der Coach oder Trainer die Rolle des Mentors inne. Er hat die Aufgabe, den Helden durch das Training für die Welt, in die er sich nun begeben wird, zu öffnen und darauf vorzubereiten. Er kann zwar nicht alle Eventualitäten in der Zukunft vorhersehen, aber er kann dabei helfen, Strukturen zu erkennen, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und angesichts der Unsicherheit ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
Konkret bedeutet dies, dass in der Vorbereitung – nachdem die drängenden Fragen geklärt sind – Pläne gemacht werden sollen für spezielle Aufgaben, die es für den Expat und seine Familie zu bewältigen gilt.
Ein Beispiel aus der Praxis …
Ein Teilnehmer, der nach China entsandt wurde, sollte dort chinesische Kolleg:innen schulen. In der Auslandsvorbereitung konnte nun gezielt die Zeit genutzt werden, um mit ihm:
- seine Schulungsunterlagen zu reflektieren,
- diese kulturell anzupassen,
- und über grundlegende Unterschiede im Verständnis von Lehrerrolle, Gruppendynamik und Autorität zwischen Deutschland und China zu sprechen.
Daraus entstand ein konkreter „Bauplan“ für eine seiner wichtigsten Aufgaben im Zielland – nicht vorgegeben, sondern gemeinsam erarbeitet. Aus einem abstrakten Einsatz wurde ein persönlich gestalteter Weg.
Die Rolle des Mentors endet nicht mit dem Training
Wichtig ist auch: Der Coach bleibt in Reichweite. Als Ansprechpartner. Als Reflexionspartner. Als jemand, der nicht vorgibt, aber begleitet.
Wenn dies gelingt, passiert etwas Entscheidendes: Der Expat ist nicht mehr im Modus des Abwägens, sondern im Modus des Aufbruchs. Er oder sie beginnt, sich auch mit den weichen Faktoren der Entsendung zu beschäftigen – aus eigenem Antrieb. Die Reise kann beginnen.