{"id":5215,"date":"2017-10-05T11:05:37","date_gmt":"2017-10-05T09:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.crossculture-academy.com\/?p=5215"},"modified":"2024-03-07T22:27:06","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:06","slug":"den-schuhen-eines-anderen-laufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/den-schuhen-eines-anderen-laufen\/","title":{"rendered":"In den Schuhen eines anderen laufen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/15770512_s.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5216 size-full\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/15770512_s.jpg\" alt=\"15770512 - a pair of vintage childs brown leather school shoes isolated\" width=\"450\" height=\"299\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Bald haben Sie es mit indischen Kolleginnen und Kollegen zu tun. Zum ersten Mal. Sie haben schon geh\u00f6rt, dass die irgendwie anders sind. Aber was das genau hei\u00dft, das wissen Sie nicht. Sie haben beschlossen, ein <a href=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/interkulturelle-trainings\/\">interkulturelles Training<\/a> zu buchen. Denn interkulturelle Kompetenz f\u00fcr Indien muss her.<\/p>\n<p>Das kommt gleich. Lassen Sie sich bitte zuerst auf einen kleinen, v\u00f6llig harmlosen Test ein. Finden Sie in einem Selbstversuch heraus, ob Sie schon interkulturelle Kompetenz haben.<\/p>\n<h4>Mitmachen!<\/h4>\n<p>Bitte nehmen Sie den Zeigefinger Ihrer Schreibhand und schreiben Sie sich ein gro\u00dfes E auf die Stirn. Nicht \u00fcberlegen. Los geht\u2019s. Sie k\u00f6nnen das. Ist ganz einfach.<\/p>\n<p>In welche Richtung haben Sie das E geschrieben? So, dass Sie es lesen k\u00f6nnen oder jemand, der Sie anschaut? E oder E seitenverkehrt? Es gibt kein richtig oder falsch.<\/p>\n<p>Aber Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das E Auskunft gibt \u00fcber die Veranlagung, die Perspektive der Anderen in die Meinungsbildung miteinzubeziehen. Wer sein E so schreibt, dass sein Gegen\u00fcber es lesen kann, tut sich leicht, vielf\u00e4ltige Anschauungen in Betrachtung zu ziehen. Er hat die anderen im Blick und schaut nicht nur auf sich. Er hat tendenziell mehr interkulturelle Kompetenz.<\/p>\n<h4>Andersheit in den Blick nehmen<\/h4>\n<p>Indianer sagen, dass man erst einmal ein St\u00fcck in den Schuhen eines anderen Menschen gelaufen sein muss, um ihn zu verstehen. Bestimmt kennen Sie diese Weisheit. Aber stellen Sie sich mal vor, Sie m\u00fcssen mit Schuhen rumlaufen, die Ihnen nicht geh\u00f6ren. Zu klein, zu gro\u00df, ausgelatscht, zu eng. \u2026 Es ist unbequem, tut weh, weil die Schuhe nicht passen. Aber mit der Zeit geschieht Umwandlung. Sie hinterlassen ebenso einen Abdruck wie der, von dem Sie die Schuhe \u00fcbernommen haben.<\/p>\n<p>Da sind wir beim Kern angelangt.<\/p>\n<h4>Interkulturelle Kompetenz bedeutet, nicht nur in der eigenen Kultur zurechtzukommen, sondern auch in einer anderen. Dazu ist es n\u00f6tig, die Menschen einer anderen \u2013 zun\u00e4chst fremden, weil noch unbekannten Kultur \u2013 so zu verstehen, wie sie sich selbst verstehen.<\/h4>\n<p>Jenseits der Klischees! Das ist ein hartes St\u00fcck Arbeit. Um im Bild zu bleiben: Wir m\u00fcssen lange Zeit in den Schuhen der anderen laufen, viele Kilometer.<\/p>\n<p>Das jeweils andere, das gerade die unverwechselbare Identit\u00e4t ausmacht, kommt in den Blick. Andersheit schafft Konfrontation, sie f\u00f6rdert aber auch einen perspektivischen Zugewinn. Der andere kann mir zum Beispiel durch seine Sicht der Dinge eine Erkenntnis schenken, auf die ich alleine nie gekommen w\u00e4re. Genau das ist wichtig in Sachen interkultureller Kompetenz.<\/p>\n<p>Wer das E f\u00fcr andere sichtbar geschrieben hat, scheint neugierig auf andere zu sein. Aufgeschlossen, offen, neugierig.<\/p>\n<h4>Interkulturelle Kompetenz<\/h4>\n<p>F\u00fcr Indien beispielsweise ein klarer Vorteil, weil Vielfalt und Kontrast zur Grundmelodie dieses Landes geh\u00f6ren. Nichts scheint eindeutig, es gilt immer das eine und das andere. In Indien herrscht das Paradigma des sowohl als auch. In unserem vom griechischen Denken gepr\u00e4gten westlichen Weltbild regiert das Entweder-Oder. Relativ vs. eindeutig, relativ vs. absolut.<\/p>\n<p>Interkulturelle Kompetenz Indien ist gefragt, gerade auch mit Kollegen und Gesch\u00e4ftspartnern. Oft sind die Missverst\u00e4ndnisse, die zu Reibereien und Verz\u00f6gerungen f\u00fchren, durch Kultur bestimmt. Doch leicht tappen wir in die Falle, die anderen f\u00fcr dumm oder gar arglistig zu halten. Die funktionieren nicht so wie wir meinen, dass sie es sollten.<\/p>\n<h4>\u201eJa, legt sich der denn nie fest? Kann der nicht einfach mal Position beziehen? Alles v\u00f6llig unverbindlich. Mich nervt das kolossal\u201c, klagt ein Teilnehmer in meinem interkulturellen Training.<\/h4>\n<p>Cool down, n\u00fcchterne Analyse und Blick auf den Faktor Kultur helfen weiter. Jahrtausende alte Traditionen sind hier auf beiden Seiten am Werk. Nicht Bosheit oder Dummheit. Interkulturelle Kompetenz Indien hei\u00dft auch: Stopp sagen! Nachdenken, ob vielleicht die unterschiedliche kulturelle Pr\u00e4gung der Grund daf\u00fcr ist, dass die Kommunikation nicht rund l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Bild: 123rf.com\/leevison<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bald haben Sie es mit indischen Kolleginnen und Kollegen zu tun. Zum ersten Mal. Sie haben schon geh\u00f6rt, dass die irgendwie anders sind. Aber was das genau hei\u00dft, das wissen Sie nicht. 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