{"id":4942,"date":"2017-01-30T12:28:15","date_gmt":"2017-01-30T11:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.crossculture-academy.com\/?p=4942"},"modified":"2024-03-07T22:27:06","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:06","slug":"nun-gehen-auch-inder-indisch-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/nun-gehen-auch-inder-indisch-essen\/","title":{"rendered":"Auch Inder gehen gerne indisch essen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Inder-gehen-essen.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4943 \" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Inder-gehen-essen.jpg\" alt=\"Inder gehen essen\" width=\"406\" height=\"304\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Indien war immer etwas speziell, wenn es darum geht, Essen zu sich zu nehmen, das andere Leute gekocht haben. Wer wei\u00df, was die so rein tun? Ob die wirklich sauber sind? Ob das Essen rein ist. Das hei\u00dft: den vielen religi\u00f6sen Vorschriften gem\u00e4\u00df zubereitet. Au\u00dferdem war es wichtig, dass Angeh\u00f6rige h\u00f6herer Kasten, vor allem Brahmanen, nichts von dem zu sich nehmen, was Dalits (= Kastenlose, Unber\u00fchrbare, Mahatma Gandhi nannte sie \u201eHarijans\u201c \u2013 Kinder Gottes) kochten. Sie w\u00e4ren sonst unrein geworden. Skepsis und Misstrauen dominierten also. \u00dcberhaupt hie\u00df es ganz praktisch: Zuhause schmeckt es am besten. Da wei\u00df man, was man hat.<\/p>\n<h4>Eating out \u2013 the new definition of fun<\/h4>\n<p>Diese Zeiten scheinen nun endg\u00fcltig vorbei. Ausw\u00e4rts zu Essen ist absolut im Trend. Vor allem in den St\u00e4dten. Wer einen guten Job hat, kann es sich nicht nur leisten, in einem Restaurant Essen zu gehen, sondern genie\u00dft auch, dass andere die Arbeit f\u00fcr ihn erledigen. So bleibt Zeit, sich ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: Das Treffen mit Freunden, das gute Gespr\u00e4ch. Sich zum Essen zu verabreden, ist heute also angesagt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, so die \u201eFoodies\u201c, ist f\u00fcr jeden Geschmack etwas dabei. Man kann bestellen, wonach einem der Sinn ist. Vegetarisch oder doch etwas mit Fleisch. Die Vielfalt kennt keine Grenzen, zumal in den St\u00e4dten Indiens inzwischen ganz unterschiedliche kulinarische K\u00f6stlichkeiten angeboten werden: Chinesisch ebenso wie mediterrane K\u00fcche, Burger und Sandwiches ebenso wie Pizza, Fastfoodketten wie Gourmet-Restaurants.<\/p>\n<h4>Eat healthy<\/h4>\n<p>Wenn auch die indische Mittelschicht vielfach gerade dabei ist, Rettungsringe und H\u00fcftspeck anzusetzen, bricht sich ein neuer Trend die Bahn: Gesundes Essen. Die Zeitungen informieren nicht nur \u00fcber gesundes Essen, sondern sind voll mit Rezepten \u00fcber gr\u00fcne Smoothies zum Beispiel und unterschiedlichste raffinierte Arten, Gem\u00fcse zuzubereiten. Avocados sind der Renner. \u201eLow carb, low fat\u201c hei\u00dft die Devise.<\/p>\n<p>Die Mutter meiner indischen Freundin, eine fortschrittliche Powerfrau der indischen Oberschicht, die sich von nichts und niemandem klein kriegen lie\u00df, konnte sich mit Salat so gar nicht anfreunden. \u201eDas ist Futter f\u00fcr die Ziegen und Schafe! So was kann man doch nicht essen!\u201c Ihr Tochter baut heute ganz selbstverst\u00e4ndlich Ruccula, Endiviensalat und Kopfsalat im eigenen Gem\u00fcsegarten an. Bio selbstverst\u00e4ndlich!<\/p>\n<p>Die Einstellung zum Essen hat sich ge\u00e4ndert. Uns ist das, was in Indien gerade popul\u00e4r wird, vertraut. Auch wir laden unsere Familie und Freunde zum Essen in ein Restaurant ein. Zwei gro\u00dfe Unterschiede fallen gleichwohl auf: Einmal beim Zahlen und das andere Mal, wo man Platz nimmt. Verwundert? Dann lesen Sie einfach weiter.<\/p>\n<h4>Getrennt oder zusammen?<\/h4>\n<p>Zum ersten: NIE k\u00e4me man in Indien auf die Idee, das Servicepersonal um getrennte Rechnungen zu bitten oder am Tisch dann umst\u00e4ndlich ausrechnen zu lassen, wer denn nun wieviel zu zahlen hat. Getrennt oder zusammen, ist keine Frage in Indien. Es zahlt immer einer. N\u00e4mlich der, der einl\u00e4dt.<\/p>\n<h4>Drau\u00dfen? \u2013 Nein danke<\/h4>\n<p>Zum zweiten: In Indien mag man nicht drau\u00dfen Essen. Ein schattiger Platz auf einer Terrasse oder im Biergarten unterm Kastanienbaum ist aus indischer Sicht komplett verr\u00fcckt. Wieso in der Hitze sitzen, sich von Moskitos umschwirren lassen, wenn es doch innen mit der AC so gem\u00fctlich ist?<\/p>\n<p>Besonders deutlich wurde mir das, als ich Anjali, eine Studentin aus Delhi zu Besuch hatte. Ihr erstes Mal au\u00dferhalb Indiens. Wir besuchten mehrere St\u00e4dte in Deutschland und gingen ganz selbstverst\u00e4ndlich auch zum Essen. Es war Juni und das Wetter war fantastisch. F\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse. Die Stra\u00dfencaf\u00e9s waren voll, jeder Platz im Biergarten besetzt. Wer drau\u00dfen sitzen konnte, war gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Au\u00dfer Anjali. Wenn ich ihr die Platzwahl \u00fcberlie\u00df, landeten wir drinnen. Finster und stickig. Sie happy, ich nicht. Setzte ich mich durch und ergatterte einen Platz im Freien, hie\u00df es: \u201eThese crazy Germans!\u201c Sie postete die Fotos von \u201eim Freien sitzen und essen\u201c sofort in Facebook und sorgte bei ihren Freundinnen f\u00fcr komplette Verwirrung. Wie kann man nur? V\u00f6llig bescheuert.<\/p>\n<p>Ob sich der Indian Mindset da noch \u00e4ndern wird?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indien war immer etwas speziell, wenn es darum geht, Essen zu sich zu nehmen, das andere Leute gekocht haben. Wer wei\u00df, was die so rein tun? Ob die wirklich sauber sind? Ob das Essen rein ist. Das hei\u00dft: den vielen religi\u00f6sen Vorschriften gem\u00e4\u00df zubereitet. 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