{"id":16756,"date":"2023-11-16T08:23:17","date_gmt":"2023-11-16T07:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=16756"},"modified":"2024-09-18T12:34:24","modified_gmt":"2024-09-18T12:34:24","slug":"als-expat-im-ausland-erfolgreich-interview-sicher-im-ausland-leben-und-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/als-expat-im-ausland-erfolgreich-interview-sicher-im-ausland-leben-und-arbeiten\/","title":{"rendered":"Als Expat im Ausland erfolgreich &#8211; Interview: Sicher im Ausland leben und arbeiten."},"content":{"rendered":"\r\n<p>Reisesicherheit ist <a href=\"http:\/\/linkedin.com\/in\/svenleidel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sven Leidels<\/a> Herzensangelegenheit. Der Fachmann ber\u00e4t Konzerne genauso wie kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen, damit der Auslandsaufenthalt ein Erfolg wird \u2013 f\u00fcr alle.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Herr Leidel, Sie sind DER Experte, wenn es ums Thema Reisesicherheit geht. Ist die Welt f\u00fcr Sie ein unsicherer Ort?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel (lacht): Ja. Aber mit gr\u00fcndlicher Vorbereitung und gesundem Menschverstand kann man viel steuern und zur eigenen Sicherheit beitragen. Wenn man sich an die Spielregeln h\u00e4lt, die im jeweiligen Land gelten, ist schon viel gewonnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Dieses Jahr feiern Sie zwanzigj\u00e4hriges-Jubil\u00e4um, denn seit 2003 sind Sie als selbstst\u00e4ndiger Berater weltweit unterwegs. War das schon immer Ihr Berufswunsch?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Nicht wirklich, aber der Bereich hat mich schon fr\u00fch gereizt. Aber zuerst musste ich etwas Anst\u00e4ndiges, etwas Vern\u00fcnftiges lernen, wozu mir meine Eltern geraten haben. Das war damals eine Lehre zum Bankkaufmann. Nach meiner Bundeswehrzeit machte ich mich dann mit einem Sicherheitsdienst selbstst\u00e4ndig. Als ich die Chance hatte, einen amerikanischen Global Player im europ\u00e4ischen Markt einzuf\u00fchren, der Dienstleistungen im Bereich Security Assistance anbot, habe ich nicht lang gez\u00f6gert und das Europagesch\u00e4ft f\u00fcr ihn aufgebaut. Der Markt war offen daf\u00fcr und es gab zu dem Zeitpunkt keine alternativen Dienstleister in diesem Bereich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Welchen Stellenwert hatte das Thema damals?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Das kann ich am besten anhand eines Beispiels beschreiben. Die Lufthansa hatte mich vor einigen Jahren beauftragt, einen Workshop zum Thema <em>Frauen auf Reisen<\/em> zu halten. Etwa 50 Teilnehmende waren dabei, die ich fragte, welche Online-Plattformen oder B\u00fccher sie kennen w\u00fcrden, die dar\u00fcber informieren. Schweigen. Es gab damals einfach nichts dazu. Auf Amazon wurden einem Schl\u00f6sser und B\u00e4nder f\u00fcrs Gep\u00e4ck angezeigt, wenn man das Stichwort <em>Reisesicherheit<\/em> eingab. Aus der Runde kam dann die Anregung, warum ich nicht ein Buch schreiben w\u00fcrde \u2013 was ich dann auch getan habe. 2014 ist es erschienen und es war zu diesem Zeitpunkt das erste auf dem Markt zum Thema Reisesicherheit im Unternehmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Es ist ein Nachschlagewerk mit \u00fcber 350 Seiten. An wen richtet es sich genau?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Zum Beispiel an Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen, an Gesch\u00e4ftsleute, die ins Ausland reisen, und nat\u00fcrlich auch an Expats und deren Familien. Das Themenspektrum ist breit gef\u00e4chert: Allgemeines zur Reisesicherheit, Notfallmanagement, Reisesicherheit in der Praxis, ausf\u00fchrliche Informationen zur Reisevorbereitung, Infos zum Aufenthalt und zur R\u00fcckkehr \u2013 um nur ein paar Inhalte zu nennen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Sie beraten nationale und internationale Gro\u00dfunternehmen, multinationale Konzerne und Versicherungen. Wie steht\u2019s mit den kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Die w\u00fcrden wir gern noch mehr mit ins Boot holen. Bei den KMU herrscht oftmals noch die Meinung, dass das Thema Reisesicherheit nicht wichtig ist \u2013 hat man ja noch nie gebraucht. Warum jetzt? Hinzu kommt, dass sie bef\u00fcrchten, ihr Budget w\u00fcrde daf\u00fcr nicht reichen. Mir liegt sehr am Herzen, deutlich zu machen, dass wir schon mit wenig finanziellem und zeitlichem Aufwand eine Menge machen k\u00f6nnen, um die Risiken f\u00fcr ihre Expats und Gesch\u00e4ftsreisenden zu minimieren. Es muss nicht das gro\u00dfe, teure Servicepaket sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Illustration-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16758\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Wie gehen Sie vor?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Zuerst einmal schaue mir das Unternehmen genau an. In welcher Branche ist es t\u00e4tig? F\u00fcr Mitarbeiter*innen in der R\u00fcstungsindustrie sind die Gefahren gr\u00f6\u00dfer als beispielsweise in der Waschmittelproduktion. Nat\u00fcrlich ist es wichtig, in welchem Land sie arbeiten und wie die Sicherheitslage dort ist. Generell kann man sagen: Je exotischer die Destination ist, desto mehr muss man machen \u2013 das gilt f\u00fcr den Arbeitgeber genauso wie f\u00fcr den Expat. Ein Punkt ist auch, ob Frauen oder M\u00e4nner im Ausland unterwegs sind. Frauen sind grunds\u00e4tzlich st\u00e4rker gef\u00e4hrdet, weil sie in manchen Kulturen als schwach und minderwertig gelten. Daf\u00fcr haben wir ein spezielles Training ausgearbeitet. Geht der Expat mit der Familie ins Ausland, muss das ebenfalls unbedingt mit ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Inwiefern?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Stellen Sie sich vor, ein Arbeitgeber entsendet einen Mitarbeiter \u2013 sagen wir mal \u2013 nach Kolumbien. Er erh\u00e4lt ein Coaching, seine Familie aus Kostengr\u00fcnden nicht. Erst vor Ort erleben Frau und Kinder, dass sie einen eigenen Sicherheitsbegleiter haben, sie in einem Haus leben, das mit hohen Mauern eingez\u00e4unt ist und die Kinder zur Schule gefahren und wieder abgeholt werden, weil alles andere zu gef\u00e4hrlich ist. Nicht erst einmal habe ich mitbekommen, dass die Familie das nicht mitmachen wollte, ihre Sachen packte und wieder nach Deutschland zur\u00fcckkehrte. Nach ein paar Wochen allein ist der Expat frustriert und bricht die Entsendung ab. F\u00fcr das Unternehmen ist so ein Abbruch immens teuer. Deswegen ist es ganz, ganz wichtig, dass die Familie schon im Vorfeld mit einbezogen wird. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf die Lebenssituation, die sie im Zielland erwartet, sondern auch auf die Risiken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie daf\u00fcr ein Beispiel nennen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Es sollte allen Familienmitgliedern bewusst sein, dass sie sich in manchen L\u00e4ndern erpressbar machen, wenn sie Geschenke annehmen. Zuerst ist es ein Zoobesuch, zu dem die Familie von einem Dienstleister eingeladen wird, dann zu einer Urlaubsreise, einem Flug mit dem Hubschrauber und so weiter \u2013 irgendwann fliegt das dem Expat um die Ohren, weil er gen\u00f6tigt wird, etwas zur\u00fcckzugeben, zum Beispiel in Form von Auftr\u00e4gen f\u00fcr den Dienstleister.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Was raten Sie Expats allgemein?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: Generell zur Vorsicht bei Alkohol und Drogen. Dadurch bringen sich vor allem M\u00e4nner in Gefahr. Wir mussten mal eine amerikanische Delegation in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Sarajevo retten, da ein Streit mit Locals in einer Bar eskaliert war. Ein weiteres Risiko haupts\u00e4chlich f\u00fcr M\u00e4nner ist, sich durch kompromittierende Fotos erpressbar zu machen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Ihre Trainings gibt es in Pr\u00e4senz und online in vielen verschiedenen Sprachen. Wie werden die angenommen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel: E-Learning ist bei Firmen ein gro\u00dfes Thema \u2013 und bei uns auch, weil wir das Angebot st\u00e4ndig erweitern und an die Zielgruppen anpassen. F\u00fcr die Generation Z haben wir beispielsweise kleine Snippets zu unterschieden Themen zur Reisesicherheit entwickelt. Die sind etwa zwei, drei Minuten lang und leicht mal zwischendurch zu konsumieren. Audio-Learning bieten wir ebenfalls an. Ach ja, und f\u00fcr Kinder bringe ich gerade ein Malbuch heraus, in dem sich in 45 Kapiteln alles um die Reisesicherheit dreht. Sie sehen, die Ideen gehen mir nicht aus.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sven Leidel (1968 in Hamburg geboren) ist gelernter Bankkaufmann und studierte Technische Betriebswirtschaft in Hamburg. Als ehemaliger Angeh\u00f6riger der deutschen Milit\u00e4rpolizei befasst er sich seit 1988 mit dem Thema Schutz und Sicherheit. Heute ist er in diversen nationalen und internationalen Sicherheits- und Fachverb\u00e4nden in beratender und leitender Funktion t\u00e4tig. Leidel ist Fachdozent und Trainer, Schulungsleiter und Autor, Sicherheitsberater und Experte auf dem Gebiet der Reisesicherheit. Zudem besch\u00e4ftigt er sich mit dem Spezialthema \u201eSchutz gef\u00e4hrdeter Personen\u201c.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisesicherheit ist Sven Leidels Herzensangelegenheit. 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