{"id":16621,"date":"2023-02-22T14:23:33","date_gmt":"2023-02-22T13:23:33","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=16621"},"modified":"2024-09-18T12:32:23","modified_gmt":"2024-09-18T12:32:23","slug":"als-expat-im-ausland-erfolgreich-jetzt-bin-ich-da-wo-ich-hingehoere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/als-expat-im-ausland-erfolgreich-jetzt-bin-ich-da-wo-ich-hingehoere\/","title":{"rendered":"Als Expat im Ausland erfolgreich &#8211; Interview: &#8222;Jetzt bin ich da, wo ich hingeh\u00f6re&#8220;"},"content":{"rendered":"\r\n<p><strong>Schweiz, S\u00fcdafrika, Deutschland, China, USA: Anna Seidel hat schon an ganz unterschiedlichen Orten der Welt gelebt. Nicht immer war es leicht, wie wir im Gespr\u00e4ch mit ihr erfahren.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Frau Seidel, das Nomadenleben scheint in Ihrer Familie zu liegen. Schon Ihr Gro\u00dfvater war weltweit unterwegs, um zu lehren. Ebenso Ihr Vater, der aus den USA nach Deutschland zog, um Kinder von amerikanischen Soldaten zu unterrichten. Da waren Sie 4 Jahre alt. Sind Sie gut in Deutschland angekommen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Anna Seidel: Wir haben in Frankenhausen, einem kleinen Ort in der N\u00e4he von Darmstadt, gelebt und waren gut integriert, haben aber nie ganz dazugeh\u00f6rt. Irgendwie waren wir immer ein bisschen anders. Als Kind habe ich viele Geschichten von meiner Oma geh\u00f6rt. Sie erz\u00e4hlte mir, wie es war, dauernd umziehen und immer von vorne anfangen zu m\u00fcssen. Oft f\u00fchlte sie sich sehr einsam. Aber eine Alternative hatte sie nicht. In der Generation war es selbstverst\u00e4ndlich, dass die Frau dem Mann folgte. Wenn der sagte: \u201eKomm, wir ziehen um\u201c, dann zog die Familie um.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Sie haben Ihren Mann nach S\u00fcdafrika, China und Deutschland begleitet. Wie war das bei Ihnen?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach dem Studium bin ich in die Schweiz gezogen, wo ich 5 Jahre als Vermessungsingenieurin gearbeitet habe. Ein Jahr davon war ich als Expat in den USA. Als mein Mann mich fragte, ob ich ihn nach S\u00fcdafrika begleiten wolle, sagte ich sofort zu. Ich hatte \u00fcberhaupt keine Ahnung, was mich erwartete.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Wie war Ihr Start dort?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wirklich schwierig! Ich hatte meinen geliebten, fordernden Job mit 60 Arbeitsstunden die Woche aufgegeben und pl\u00f6tzlich nichts mehr: keine Arbeit, keine Aufgabe, keine Menschen um mich herum. Die anderen Expats waren entweder Singles oder mit Familie dort. Das hei\u00dft, sie waren entweder berufst\u00e4tig oder mit ihren Kindern besch\u00e4ftigt. Ich war ganz allein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Was haben Sie den ganzen Tag gemacht?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein MBA-Studium und viel Sport. Diesbez\u00fcglich sind meine Erwartungen mit der Realit\u00e4t kollidiert. Ich hatte es mir sehr idyllisch vorgestellt, kilometerweit am Strand zu joggen. Das kam allerdings \u00fcberhaupt nicht infrage, weil es einfach zu gef\u00e4hrlich war, allein zu laufen. Also habe ich mich einer Laufgruppe angeschlossen. Au\u00dferdem habe ich als Ehrenamtliche Gem\u00fcse f\u00fcr einen Supermarkt ausgefahren und Schulaktivit\u00e4ten von Bekannten begleitet \u2013 weil mir so langweilig war. Abends hatte ich ein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis nach N\u00e4he, Kommunikation und Aktivit\u00e4t. Mein Mann nicht. Er wollte seine Ruhe haben, weil er einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich hatte. Wir waren auf ganz anderen Ebenen unterwegs und hatten unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Sie haben im Vorfeld ein interkulturelles Training vom Arbeitgeber bekommen. War das hilfreich in der Situation?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das war insofern super, weil wir uns dadurch erst einmal bewusst geworden sind, welche Fettn\u00e4pfchen es gibt und wie wir die vermeiden k\u00f6nnen. Ein Sicherheitstraining war auch dabei, was f\u00fcr das Leben in S\u00fcdafrika nat\u00fcrlich auch sehr wichtig war. Jetzt wei\u00df ich, dass mir ein Coaching f\u00fcr begleitende Partner sehr geholfen h\u00e4tte. Dann w\u00e4re ich nicht in so ein gro\u00dfes Loch gefallen. Ich h\u00e4tte mich vorher viel mehr damit auseinandergesetzt, welche Rolle ich als begleitende Partnerin einnehme und wie ich die Zeit dort f\u00fcr mich nutzen will.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Interview-Anna-1024x724.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16622\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Von S\u00fcdafrika sind Sie zur\u00fcck nach Deutschland, in einen kleinen Ort im Nordschwarzwald gezogen, dann gings 2011 wieder nach S\u00fcdafrika. War es einfacher f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Kurz vorweg zu der Zeit im Schwarzwald: Mein Mann hatte in dem kleinen Ort eine Wohnung, in die wir mit unserem ersten Kind gezogen sind. Ich war seit 8 Jahren nicht mehr in Deutschland gewesen, kannte niemanden, es war Winter und nat\u00fcrlich hat dort niemand auf uns gewartet. Da habe ich meinen zweiten Kulturschock erlebt. Das waren dunkle Jahre. Ein R\u00fcckkehrtraining mit begleitendem Coaching w\u00e4re hier eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung gewesen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In S\u00fcdafrika war beim zweiten Mal alles einfacher: Wir waren diesmal als Familie dort, hatten 2 Kinder, wodurch ich in der Schule schnell Kontakte kn\u00fcpfen konnte. Zudem habe ich meine Zeit ganz anders ausgef\u00fcllt. Ich habe \u00dcbersetzungsauftr\u00e4ge angenommen, neu angekommene Expat-Partnerinnen unterst\u00fctzt und mich in der Schule engagiert. Ach, und 2013 haben wir unser drittes Kind bekommen. Insgesamt war ich viel besser vorbereitet und wir hatten sch\u00f6ne Jahre.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Das war nicht Ihre letzte Station. Ende 2015 sind Sie wieder umgezogen, diesmal nach Peking. Wie lang hat es gedauert, bis Sie dort richtig angekommen sind?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Etwa ein halbes Jahr. Unsere J\u00fcngste ging in die Krippe, die beiden Gro\u00dfen waren auf der internationalen Schule, wo ich die Leitung vom Elternbeirat \u00fcbernommen habe. Von da an waren meine Tage gut ausgef\u00fcllt. Wir haben Events und das Schul-Caf\u00e9 organisiert, mussten Konflikte zwischen Eltern und der Schulleitung l\u00f6sen und waren an der Schulentwicklung beteiligt. Dadurch habe ich viele Leute kennengelernt. Zudem habe ich geholfen, eine Buddy-Gruppe f\u00fcr Expat-Partnerinnen mit aufzubauen. Aus eigener Erfahrung wusste ich ja, wieviel besser man ankommt, wenn man gut versorgt und begleitet wird. Das Betreuungsangebot seitens unseres Arbeitgebers war diesmal auch besser.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Als Sie sich entschieden haben, Ihren Mann ins Ausland zu begleiten, war klar, dass Sie nicht mehr in Ihrem Beruf als Vermessungsingenieurin arbeiten werden. Bereuen Sie diesen Schritt?<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u00dcberhaupt nicht. Ich bin jetzt da, wo ich hingeh\u00f6re. Zwar ist es anders gelaufen, als ich gedacht habe und es war wirklich nicht immer einfach, aber ich habe unglaublich viel gelernt und viele F\u00e4higkeiten &nbsp;entwickelt. Diese Erfahrungen flie\u00dfen in meine Arbeit als Trainerin f\u00fcr Expats und Partner ein. Ich profitiere davon \u2013 und meine Kunden auch.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>2019 ist Anna Seidel mit ihrer Familie zur\u00fcck nach Deutschland gezogen. Sie hat eine Weiterbildung zum Coach f\u00fcr Expats gemacht und bietet jetzt Workshops und Coachings f\u00fcr Expats, Partner und Familien an.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>www.globalmobilitytrainer.com<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweiz, S\u00fcdafrika, Deutschland, China, USA: Anna Seidel hat schon an ganz unterschiedlichen Orten der Welt gelebt. Nicht immer war es leicht, wie wir im Gespr\u00e4ch mit ihr erfahren. Frau Seidel, das Nomadenleben scheint in Ihrer Familie zu liegen. 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