{"id":15339,"date":"2022-04-20T11:01:00","date_gmt":"2022-04-20T09:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=15339"},"modified":"2024-09-18T11:55:51","modified_gmt":"2024-09-18T11:55:51","slug":"interkultureller-messeguide-ostasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/interkultureller-messeguide-ostasien\/","title":{"rendered":"Interkultureller Messeguide Ostasien"},"content":{"rendered":"\r\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Messeguide-Ostasien-300x164-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15340\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Beim Aufbau eines Messestands in China, Japan oder Korea gilt es, einige Besonderheiten genau zu beachten. So ist beispielsweise ein geteilter Stand hier nicht zu empfehlen, da es eine h\u00f6fliche Pflicht w\u00e4re, den Messebesucher stets zum anderen Teil des Standes zu bringen oder auch am Ende des Gespr\u00e4chs hinauszubegleiten. Dabei steht das Bewusstsein im Vordergrund, dass man als Standinhaber die F\u00fcrsorge f\u00fcr den Gast verinnerlicht hat. Des Weiteren sollte der Stand nicht auf einer leichten Erh\u00f6hung mit Stufen gebaut sein, denn f\u00fcr gew\u00f6hnlich ziehen sich Japaner die Schuhe aus, bevor sie einen Raum \u00fcber Stufen betreten. Wer aber tut das gerne auf einer Messe?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Messestand sollten au\u00dferdem gen\u00fcgend Sitzgelegenheiten vorhanden sein. Die St\u00fchle und Tische m\u00fcssen jedoch eine geeignete H\u00f6he haben, da Asiaten im Durchschnitt kleiner sind als Europ\u00e4er. Es empfiehlt sich also nicht, einfach das Stehtisch-Sortiment von der letzten Messe in Deutschland einzupacken! Im Gegensatz zu vielen Deutschen legen die technikbegeisterten Asiaten sehr viel Wert auf die modernste Hightech-Ausstattung des Messestands.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kleiderordnung<\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In Ostasien ist die Kleidungsetikette im Gesch\u00e4ftsleben strenger als bei uns in Deutschland. Bei einem Messeauftritt gilt daher ganz besonders: eher konservativ. Das bedeutet, M\u00e4nner tragen Anzug und Frauen ein Kost\u00fcm \u2013 ab schulterlangem Haar sollten dieses hochgesteckt werden. Messehostessen d\u00fcrfen jedoch auch Minir\u00f6cke tragen. Bei ihnen sollte man auch die asiatischen Sch\u00f6nheitsideale beachten: So gelten ovale Gesichter bei Asiaten als sch\u00f6n, wohingegen Deutsche bei Asiaten oft runde Gesichter bevorzugen. Auch sollte die Hostess etwas \u00e4lter sein, um dem in Ostasien geltenden Seniorit\u00e4tsprinzip gerecht zu werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Geschenke und Give-aways<\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Frage lautet hier: Wem gibt man was wann? Generell gilt: Kleinigkeiten werden nicht eingepackt, hochwertige Geschenke jedoch schon. Gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen sich Schokolade (z.B. Lindt), S\u00fc\u00dfigkeiten (z.B. Haribo) und typisch deutsche Dinge. So k\u00f6nnte in Japan auf einer Messe im Jahr 2011 der goldene Lindt-Osterhase angeboten werden, da es sich hierbei um gute Qualit\u00e4t, eine goldene Verpackung und das Jahr des Hasen in Japan handelt. Weiterhin m\u00f6gen Japaner Pfefferminz und Kaugummi.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein Schweizer Taschenmesser f\u00fcr Chinesen? Besser nicht. Denn in China bedeutet ein geschenktes Messer, dass man dem Beschenkten den Lebensfaden abschneiden m\u00f6chte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gestaltung von Informationsmaterial und Visitenkarten<\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Grunds\u00e4tzlich gibt es f\u00fcr die Gestaltung von Informationsmaterial in Ostasien keine genauen Vorgaben. Allerdings sollte man bei Fotos auf Prospekten auch auf die Darstellung von Asiaten (Einheimische des Ziellandes) achten und eher die \u2013 soweit vorhanden \u2013 soziale, gemeinschaftliche Seite des beworbenen Produkts in den Vordergrund r\u00fccken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Farbgebung kann bei Brosch\u00fcren individuell auf den Firmenauftritt und das Produkt abgestimmt sein. Doch bestimmte Farbbedeutungen sollten Beachtung finden: Rot ist zum Beispiel in Korea nicht sehr gerne gesehen, da die Farbe an Blut und den Tod erinnert. In China wiederum gilt Rot als Gl\u00fccksfarbe, Wei\u00df hingegen wird mit Trauer in Verbindung gebracht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Visitenkarten spielen in vielen asiatischen L\u00e4ndern eine besondere Rolle \u2013 und jeder besitzt eine. Und um es einmal salopp auszudr\u00fccken: \u201eJeder, der in China Taxi f\u00e4hrt, ist Pr\u00e4sident.\u201c Das hei\u00dft nichts anderes, als das selbst Personal, das in der Hierarchie eher unten angesiedelt ist, in Asien einen wichtig klingenden Titel auf der Visitenkarte stehen hat. Im Umkehrschluss muss man daraus ableiten, dass Titel wie Ingenieur oder Manager in Asien nicht viel Wert sind. Hier gibt es spezielle Titellisten, die f\u00fcr den asiatischen Markt geeignet sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Generell zeigen Visitenkarten an: Wer steht hier vor mir? Somit besitzt eine Visitenkarte immer eine besondere Bedeutung, um den ersten Eindruck sowohl zu untermalen als auch zu zeigen, welche Position in der Hierarchie man selbst bekleidet. Auf einer Messe sollten immer gen\u00fcgend Visitenkarten verf\u00fcgbar sein!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Visitenkarten sollten zweisprachig, in Englisch und in der Landessprache, gestaltet sein. Au\u00dferdem sollte der Titel klar und deutlich zu erkennen sein. Ein individuelles Design der Visitenkarten ist hingegen &#8211; anders als in Deutschland &#8211; nicht \u00fcblich.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch die Entgegennahme von Visitenkarten unterliegt besonderen Regeln: Sie wird mit beiden H\u00e4nden entgegengenommen, genau betrachtet und dann erst weggesteckt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ansprache der Besucher<\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Ansprache der Messestandbesucher kann in Asien aktiv betrieben werden. Sehr beliebt sind zum Beispiel Spiele, um die Besucher an den Stand zu locken.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Generell wird die pers\u00f6nliche Begr\u00fc\u00dfung durch die \u00dcbergabe der Visitenkarten eingeleitet. Das Handgeben ist somit hinf\u00e4llig. Wichtig ist hierbei zu beachten, wen man vor sich hat \u2013 Chinese, Japaner, Koreaner? Hier darf es keine Verwechslung geben. Erkennen k\u00f6nnen Sie die Nationalit\u00e4t am einfachsten am Namen auf der Visitenkarte. Achten Sie hierbei auch immer auf die Hierarchien und den damit verbundenen Respekt!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Gegensatz zu vielen Deutschen betreiben Asiaten gerne Smalltalk. W\u00e4hrend man in Deutschland gerade in gesch\u00e4ftlichen Unterredungen schnell zum Punkt kommen m\u00f6chte, ist hier zun\u00e4chst das \u201egute Gef\u00fchl\u201c ausschlaggebend: \u201eDu bist mein Freund\u201c \u2013 erst diese Erkenntnis bildet die Basis, um anschlie\u00dfend Gesch\u00e4fte zu machen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Smalltalk ist also ein wichtiger T\u00fcr\u00f6ffner! Statt der direkten Frage: \u201eDarf ich Ihnen meine Produkte zeigen?\u201c sollte man an einem asiatischen Messestand zun\u00e4chst also lieber Fragen stellen wie: \u201eHatten Sie eine gute Anreise?&#8220;, \u201eWie geht es Ihnen?\u201c, \u201eWie ist das Wetter bei Ihnen?\u201c. Und keine Sorge: Die Frage nach den M\u00f6glichkeiten, miteinander Gesch\u00e4fte zu machen, kommt ganz von alleine. Allerdings sollten Sie aufgrund des Zeitdrucks auf einer Messe den Smalltalk auch nicht allzu sehr ausdehnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wichtig zu wissen ist auch: In Asien kommen die Entscheider oft erst an sp\u00e4teren Tagen der Messe. An den ersten Tagen wird hingegen nur Personal geschickt, das die wichtigsten St\u00e4nde identifizieren soll, bei denen sich ein sp\u00e4terer Besuch lohnt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nach der Messe<\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Nacharbeit f\u00fcr eine Messe muss in Ostasien sehr schnell geschehen. Das bedeutet, dass Unterlagen und Muster nach M\u00f6glichkeit noch am selben Tag verschickt werden. Nicht erst eine Woche sp\u00e4ter! Das hat zur Folge, dass man bei einer Messe in Ostasien auf jeden Fall gen\u00fcgend Muster und Unterlagen dabei haben sollte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Johannes Klemeyer, Redaktion<\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Aufbau eines Messestands in China, Japan oder Korea gilt es, einige Besonderheiten genau zu beachten. So ist beispielsweise ein geteilter Stand hier nicht zu empfehlen, da es eine h\u00f6fliche Pflicht w\u00e4re, den Messebesucher stets zum anderen Teil des Standes zu bringen oder auch am Ende des Gespr\u00e4chs hinauszubegleiten. 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