{"id":14825,"date":"2022-03-22T10:57:36","date_gmt":"2022-03-22T09:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=14825"},"modified":"2024-03-07T22:27:35","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:35","slug":"erfolgreiche-teamarbeit-in-internationalen-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/erfolgreiche-teamarbeit-in-internationalen-unternehmen\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche Teamarbeit in internationalen Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Virtuelle-Teams-fuehren-300x199-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14826\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teamf\u00e4higkeit bedeutet, in der Lage zu sein, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, Informationen zu teilen und die verschiedenen Wissensbausteine zu einem gro\u00dfen Ganzen zusammenzuf\u00fchren. Der Austausch von Wissen unter den Mitarbeitern tr\u00e4gt dazu bei, die Unternehmensleistung zu verbessern. Das gilt f\u00fcr die Teamarbeit zwischen den Mitarbeitern innerhalb einer Abteilung oder eines Standortes, f\u00fcr den Austausch zwischen mehreren Standorten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergr\u00fcnden und auch f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und seinen Mitarbeitern. \u201eDie interkulturelle Zusammenarbeit ist heute die treibende Kraft hinter jeder Wertsch\u00f6pfung\u201c, hei\u00dft es dazu in der aktuellen Studie \u201eDer Culture Code\u201c von Steelcase. Wie aus den Forschungsergebnissen hervorgeht, ist die Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Zusammenarbeit die Entschl\u00fcsselung der kulturspezifischen Unterschiede der Mitarbeiter. Auf dieser Grundlage sind Unternehmen in der Lage, das vorhandene Wissen ihrer Angestellten zusammenzuf\u00fchren und im Sinne der Produktivit\u00e4t effektiver einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Erfolgreiche Teamarbeit setzt Vertrauen zueinander voraus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beziehung zwischen Unternehmenserfolg und dem Austausch von Wissen hat auch der Wirtschaftswissenschaftler Pankaj Ghemawat beobachtet: \u201eF\u00fcr viele Unternehmen ist es die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, die menschliche F\u00e4higkeit zu f\u00f6rdern, mit anderen auch \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen und Unterschiede hinweg \u2013 intern und extern \u2013 zu kooperieren\u201c, schreibt er in seinem Buch \u201eWorld 3.0: Global Prosperity and How to Achieve It\u201c. Er geht davon aus, dass sich die Profitabilit\u00e4t vieler Firmen steigern k\u00f6nnte, wenn das Vertrauen und damit auch die Teamarbeit zwischen den Mitarbeitern wachsen und die Menschen zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten w\u00fcrden. Deshalb pl\u00e4diert Ghemawat daf\u00fcr, zun\u00e4chst die Bedeutung von Vertrauen untereinander zu verstehen und zu st\u00e4rken: \u201eGrenz\u00fcberschreitende Interaktionen werden wesentlich davon beeinflusst, wie sehr die Menschen eines Landes den Menschen anderer L\u00e4nder vertrauen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel f\u00fcr den gezielten Aufbau eines Vertrauensverh\u00e4ltnisses zwischen einem globalen Unternehmen und seinen lokalen Standorten ist der amerikanische Sportsender ESPN. In seiner neuen indischen Niederlassung in Neu-Delhi lie\u00df ESPN India als erstes einen riesigen Bildschirm in der Caf\u00e9teria aufstellen, um Cricket-Spiele zu zeigen. So k\u00f6nnen die Mitarbeiter beim Mittagessen gemeinsam Sport\u00fcbertragungen ansehen. Das Unternehmen wollte damit nicht nur auf die Sportbegeisterung der meisten Inder eingehen, sondern auch seine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die lokale Kultur beweisen, um das Vertrauen und die sozialen Kontakte zu st\u00e4rken, erl\u00e4utert Sudhakar Lahade, Forscher im Steelcase Workspace Futures Team2. Der kulturspezifische Hintergrund ist, dass Inder sich gern an Gruppenaktivit\u00e4ten beteiligen, st\u00e4ndig interagieren und daher auch gut zusammenarbeiten, hei\u00dft es im \u201eCulture Code\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Teamarbeit erfordert Flexibilit\u00e4t und Transparenz<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bewusste Gestalten der Arbeitsr\u00e4ume spielt demnach eine gro\u00dfe Rolle bei Vertrauensbildung und somit auch bei der F\u00f6rderung von Teamarbeit. Bei der Raumgestaltung m\u00fcssen allerdings die jeweiligen Landes- und Arbeitskulturen eines Stan-dortes ber\u00fccksichtigt werden. Die Steelcase-Forscher konnten zwei wesentliche Verhaltenswei-sen in den verschiedenen Kulturen ausmachen, die die Teamarbeit einer Gruppe stark beeinflussen. Die Bereitschaft, sich auf neue Teamarbeitsweisen einzulassen, h\u00e4ngt demnach davon ab, wie aufge-schlossen Menschen gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen sind und ob sie Informationen gern teilen oder eher f\u00fcr sich behalten. Unternehmen, die diese Faktoren bei der Arbeitsplatzgestaltung mit einbeziehen, schaffen Teaml\u00f6sungen, die von Mit-arbeitern leichter angenommen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kulturelle Einfl\u00fcsse bestimmen die Teamf\u00e4higkeit \u2013 Ein L\u00e4ndervergleich<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sich die verschiedenen Landes- und Arbeitskulturen mit Teamarbeit und dem Austausch von Wissen vereinbaren lassen, hat Steelcase in der Studie \u201eDer Culture Code\u201c mit einem L\u00e4ndervergleich erforscht. Daf\u00fcr untersuchte ein internationales Expertenteam mehr als einhundert Arbeitspl\u00e4tze in elf L\u00e4ndern: China, Indien, Marokko, Russland, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Niederlande und USA. Im Folgenden sind die Erkenntnisse der Studie in L\u00e4ndergruppen zusammengefasst.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Frankreich, Italien und Spanien brauchen klare Strukturen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Arbeitskulturen dieser drei L\u00e4nder findet Teamarbeit meist nur in geplanten Besprechungen und auch nur in daf\u00fcr vorgesehenen R\u00e4umen statt. Diese L\u00e4nder z\u00e4hlen zu den Individualisten. Italiener beispielsweise arbeiten zun\u00e4chst lieber allein, bevor sie ihre Ergebnisse dem Team pr\u00e4sentieren, zeigen die Forschungsergebnisse. Franzosen bevorzugen au\u00dferdem klare Raumzuordnungen f\u00fcr Teamarbeit und in vielen spanischen Unternehmen sind B\u00fcrobereiche f\u00fcr Pausen und soziale Kontakte noch v\u00f6llig un\u00fcblich. Diesbez\u00fcglich m\u00fcssen Unternehmen darauf achten, Teambereiche m\u00f6glichst direkt neben fest zugeordneten Arbeitsbereichen zu positionieren und das auch deutlich zu kennzeichnen. So gelingt der schnelle Wechsel \u2013 auch r\u00e4umlich betrachtet \u2013 zwischen Teamarbeit und konzentrierter Einzelarbeit besser. Gleichzeitig helfen integrierte Caf\u00e9s und Meeting-Points, feste Strukturen etwas zu lockern und Mitarbeitern den sozialen Austausch zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Indien, Gro\u00dfbritannien und USA sind teamorientierte L\u00e4nder<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Austausch von Wissen und die Informationsbeschaffung \u00fcber Netzwerke sind in diesen drei L\u00e4ndern weit verbreitet. Sie sind ungebunden an bestimmte Zeiten oder R\u00e4ume. In amerikanischen Firmen geh\u00f6rt es zum Alltag sich mehrmals t\u00e4glich mit den Kollegen auszutauschen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob diese im selben Geb\u00e4ude oder auf einem anderen Konti-nent arbeiten. Das setzt vielf\u00e4ltige technische L\u00f6sungen vo-raus, die den Austausch zum Beispiel \u00fcber Videokonferenzen m\u00f6glich machen. In Indien ist Teamarbeit ebenfalls Teil der Gesch\u00e4ftskultur, weil pers\u00f6nliche Beziehungen generell von gro\u00dfer Bedeutung sind. \u201eEin einzelner Schreibtisch kann in diesem s\u00fcdasiatischen Land schnell zum Ort f\u00fcr gemeinsame Interaktionen von Kollegen werden\u201c, sagt Wenli Wang vom Steelcase-Forschungsteam.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">China, Marokko und Russland setzen Vertrauen voraus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gute Gesch\u00e4ftsbeziehungen setzen in diesen L\u00e4ndern eine hohe Vertrauensw\u00fcrdigkeit des Gegen\u00fcbers vo-raus. Diskretion und Vertraulichkeit spielen eine gro\u00dfe Rolle. Wissen wird nur sehr vorsichtig ausgetauscht. Teamarbeit findet daher meist nur in kleinen Gruppen statt, die sich gut kennen. Die Zusammenarbeit mit anderen Kulturen kann sich als schwierig erweisen, weil vor allem Chinesen viele Informationen voraus-setzen und auf nonverbaler Ebene durch Mimik und Gestik kommunizieren. Auch in diesem Fall erleichtern audiovisuelle Medien die Teamarbeit, weil sich die Teilnehmer eines Meetings sehen und die nonverbale Kommunikation sowie inhaltliche Zusammenh\u00e4nge besser zu verstehen sind. Eine weitere M\u00f6glichkeit, die Kommunikation untereinander zu st\u00e4rken, sind integrierte Caf\u00e9s beziehungsweise Teek\u00fcchen in Russland. Traditionell werden diese abgelegenen Bereiche in russischen Firmen eher als funktional betrachtet und nicht f\u00fcr den sozialen Austausch genutzt. Offene, gut ausgestattete K\u00fcchen, die bewusst in die Arbeitsumgebung integriert sind, geben den Mitarbeitern dagegen das Gef\u00fchl, dass die lokale Kultur ber\u00fccksichtigt wird und der Austausch untereinander erw\u00fcnscht ist und zum Arbeitsalltag dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Deutschland und die Niederlande arbeiten diszipliniert \u2013 auch in Teams<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese beiden L\u00e4nder arbeiten sehr strukturiert und zielorientiert. Laut den Forschungsergebnissen verlaufen vor allem in den Niederlanden die Interaktio-nen am Arbeitsplatz sehr pragmatisch und auf das Wesentliche beschr\u00e4nkt. Das bedeutet auch f\u00fcr die Teamarbeit, dass sie gut geplant und zeitlich be-grenzt ist. Besprechungen folgen in der Regel einer Agenda und sind meist vorbereitet. Vor allem die Deutschen arbeiten stark auf Produktivit\u00e4t ausgerichtet. Catherine Gall, die Leiterin von Steelcase Workspace Futures in Europa, hat viele Jahre in Deutsch-land gearbeitet und beobachtet, dass auch Teamarbeit \u201evon einer gro\u00dfen Disziplin gepr\u00e4gt ist\u201c. Die Zusammenarbeit findet sehr oft in speziell daf\u00fcr vorgesehenen Bereichen wie Besprechungsr\u00e4umen oder Telefonkonferenzzimmern statt. In diesem Rahmen tauschen sich die Mitarbeiter dann aber intensiv aus und beteiligen sich aktiv.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung: Verst\u00e4ndnis f\u00f6rdert Teamarbeit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der Vielzahl von m\u00f6glichen Arbeitspl\u00e4tzen und Arbeitsweisen gibt es unter Ber\u00fccksichtigung der kulturspezifischen Aspekte f\u00fcr jede Arbeitskultur das passende Konzept f\u00fcr eine gute Teamarbeit. Das k\u00f6nnen Bereiche f\u00fcr Videokonferenzen sein, durch die sich Mitarbeiter auf der ganzen Welt austauschen k\u00f6nnen. Oder informelle Bereiche in Gro\u00dfraumb\u00fcros, die einen spontanen Wissensaustausch anregen. Wie Menschen zur Zusammenarbeit und zum Wissensaustausch angeregt werden k\u00f6nnen, h\u00e4ngt vor allem von der jeweiligen Arbeits- und Landeskultur ab. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die kulturellen Unterschiede ist essentiell. So appelliert Pankaj Ghemawat an jeden einzelnen Angestellten einer Firma: \u201eWas w\u00e4re, wenn die Mitarbeiter offen auf andere zugehen und sich intensiver um Kunden, Kollegen und Investoren k\u00fcmmern w\u00fcrden? Menschen sind in der Lage ihre Sympathief\u00e4higkeit zu erweitern und auf andere zuzugehen \u2013 mit durchaus erstaunlichen Ergebnissen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die detaillierten Ergebnisse und einen ausf\u00fchrlichen L\u00e4ndervergleich finden Sie im Steelcase-Magazin 360\u00b0 \u201eDer Culture Code. Landes- und Arbeitskulturen und ihr Einfluss auf das Arbeiten in einer vernetzten Welt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teamf\u00e4higkeit bedeutet, in der Lage zu sein, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, Informationen zu teilen und die verschiedenen Wissensbausteine zu einem gro\u00dfen Ganzen zusammenzuf\u00fchren. Der Austausch von Wissen unter den Mitarbeitern tr\u00e4gt dazu bei, die Unternehmensleistung zu verbessern. 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