{"id":14503,"date":"2022-03-17T14:43:48","date_gmt":"2022-03-17T13:43:48","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=14503"},"modified":"2024-03-07T22:27:32","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:32","slug":"business-in-den-usa-think-big","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/business-in-den-usa-think-big\/","title":{"rendered":"Business in den USA: Think big!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Business-in-den-USA-Think-big_28785205_s-300x169-1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14506\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies \u00e4u\u00dfert sich beispielsweise in der Projektplanung. In den USA wird erst ein gro\u00dfes Ziel formuliert. Dann setzt man sich hin und \u00fcberlegt kurz, wie das Ziel erreicht werden kann. Eine detaillierte Planung der einzelnen Schritte bleibt dabei aus. In Deutschland backt man hingegen lieber kleine Br\u00f6tchen. Das gro\u00dfe Ziel wird von Anfang an in Teilziele zerlegt. Der Weg dorthin wird genau durchdacht und geplant. Probleme sollen durch Achtsamkeit und Voraussicht m\u00f6glichst vermieden werden. Die gro\u00dfe Vision ist daher den meisten Deutschen letztlich zu risikoreich. Sie wird oft im Vorfeld verworfen, vor allem dann, wenn sich m\u00fchsam gesammelte Einzelinformationen zu einem gef\u00e4hrlichen Szenario zusammenf\u00fcgen. Da erfreut man sich lieber an realistischen Meilensteinen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht werden k\u00f6nnen. Die amerikanischen Macher legen stattdessen einfach los und reagieren auf auftauchende Probleme flexibel und kreativ. Ihre Devise lautet: Think big!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsche im Umgang mit amerikanischen Gesch\u00e4ftsleuten haben schnell das Gef\u00fchl, dass diese viel zu impulsiv agieren und sich m\u00f6glichen Stolpersteinen nicht bewusst sind. Nicht selten scheint ihre offensichtliche Herangehensweise weder Hand noch Fu\u00df zu haben. Diese Unsicherheit will man in Deutschland nicht in Kauf nehmen. Amerikaner denken hingegen von ihren deutschen Projektpartnern, dass sich diese zu lange an unn\u00f6tigen Details aufhalten und lieber planen als handeln. Das wird oft als Negativhaltung verachtet. Warum halten sich die Deutschen nur an diesen kleinteiligen Details auf? Think big!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Think big in der Sprache \u2026<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser kulturelle Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern macht sich auch in der Sprache bemerkbar. Amerikaner benutzen beispielsweise das Wort \u201eproblem\u201c so gut wie \u00fcberhaupt nicht. Stattdessen begegnen sie h\u00f6chstens \u201echallenges\u201c (Herausforderungen), die es zu \u00fcberwinden gilt. W\u00e4hrend Deutsche gerne ihren Bedenken klar Ausdruck verleihen, sehen Amerikaner darin \u201e a couple of issues\u201c oder ein \u201eslight concern\u201c \u2013 mehr aber auch nicht. Sie richten den Fokus auf das Gro\u00dfe Ganze und nicht auf einzelne H\u00fcrden auf dem Weg dorthin. Think big!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleicherma\u00dfen wird Zustimmung nicht etwa nur von Adjektiven wie \u201every nice\u201c oder \u201e very good\u201c begleitet. Ein Projektergebnis, das lediglich gut ist, interessiert in den USA niemanden. Im Gegensatz zur eher sachlichen Kommunikationsweise der Deutschen zeigen Amerikaner Begeisterung. Daher gilt es, in der Kommunikation mit Amerikanern eine andere Abstufung zu ber\u00fccksichtigen: Das Wort \u201egood\u201c dr\u00fcckt in den USA nicht mehr als ein Mittelma\u00df aus. Wenn etwas als \u201every good\u201c bezeichnet wird, ist das also kein besonders gro\u00dfes Lob. Finden Sie etwas gut, sagen Sie mindestens \u201eThat\u2019s great\u201c. Ist etwas sehr gut, m\u00fcssen Sie dicker auftragen. Benutzen Sie starke Adjektive wie \u201ehervorragend\u201c oder \u201eau\u00dferordentlich\u201c. Sprechen Sie also von \u201ebrilliant achievements\u201c, \u201ea fabulous outcome\u201c, \u201ean outstanding team work\u201d, \u201can excellent report\u201d oder \u201efantastic results\u201c. Think big!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei kommen sich Deutsche oft komisch vor und haben das Gef\u00fchl, zu \u00fcbertreiben. Aber die typisch deutsche Sachlichkeit oder auch Ehrlichkeit wird von Amerikanern als grob unh\u00f6flich empfunden. Ehe sie also sagen, was Sie denken, oder gar an einer amerikanischen Vision Kritik \u00fcben, weil Sie Schwachstellen im Projektplan gefunden haben, sollten Sie besser erst viele positive Dinge erw\u00e4hnen, ehe sie dann ganz vorsichtig ihre Bedenken formulieren. Ihr Fazit sollte jedoch immer optimistisch klingen. Es hei\u00dft also nicht nur Think big!, sondern auch Think positive!<\/p>\n\n\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">&#8230; und in der Werbung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Marketing verschafft sich diese amerikanische Denke Ausdruck. In der Regel basieren amerikanische Kampagnen auf ausdrucksstarken Statements und Bildern. Knalligere Farben, utopische Versprechungen. Unterf\u00fcttert wird das Ganze h\u00e4ufig mit dem typischen Patriotismus und Stolz. Geld und Konsum sind in den USA h\u00f6chst angesehen \u2013 man darf alles, was man hat, zur Schau stellen. Den Reichtum der anderen sehen die meisten Amerikaner als Erinnerung daran, dass auch sie es schaffen k\u00f6nnen, alles haben k\u00f6nnen: Think big!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Think big, work hard!<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Best\u00e4tigung und Lob sorgen in den USA zus\u00e4tzlich f\u00fcr Motivation, die eigene Vision zu verwirklichen. Ein hohes Engagement der Mitarbeiter wird daher nicht nur \u00fcber finanzielle Anreize, sondern auch \u00fcber die stetige Aussicht auf eine Bef\u00f6rderung erreicht. F\u00fchrungskr\u00e4fte sollen ihre Mitarbeiter zu H\u00f6chstleistungen anspornen. Fehler werden toleriert, solange man daraus lernt. Im Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten wird davon ausgegangen, dass prinzipiell jeder in jedem Job erfolgreich sein kann. Ehrgeizige Ziele sind eine Grundvoraussetzung, um \u00fcber sich selbst hinauszuwachsen. An Vorbildern mangelt es ebenfalls nicht, von Henry Ford bis Mark Zuckerberg geben amerikanische Helden den n\u00f6tigen Ansporn: Think big, work hard!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so lassen sich in den USA steilere Hierarchien beobachten als in deutschen Unternehmen. Die, die es bis nach ganz oben geschafft haben, sind vergleichsweise m\u00e4chtig. Sie k\u00f6nnen Entscheidungen relativ frei treffen. Zwar werden die Meinungen der untergeordneten Ebenen eingeholt, aber es wird nicht nach Konsens gesucht. Letztlich sind es die Vision\u00e4re, die in amerikanischen Unternehmen Stufe f\u00fcr Stufe aufsteigen und schlie\u00dflich den Ton angeben. Was Sie auf ihrem langen Weg nach oben begleitet und dort h\u00e4lt, ist letztlich eines: Think big!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>Autorin<\/em><\/strong><em>: Katrin Koll Prakoonwit<\/em>&nbsp;\u2013&nbsp;<em>Bevor sie sich als Journalistin selbst\u00e4ndig machte, schrieb&nbsp;Katrin Koll Prakoonwit&nbsp;L\u00e4nderanalysen f\u00fcr die FAZ. Heute arbeitet sie f\u00fcr Publikationen verschiedener Beratungsunternehmen und Verlage. Frau Koll Prakoonwit lebt in Reading, Berkshire, bei London.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies \u00e4u\u00dfert sich beispielsweise in der Projektplanung. In den USA wird erst ein gro\u00dfes Ziel formuliert. Dann setzt man sich hin und \u00fcberlegt kurz, wie das Ziel erreicht werden kann. Eine detaillierte Planung der einzelnen Schritte bleibt dabei aus. In Deutschland backt man hingegen lieber kleine Br\u00f6tchen. 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