{"id":14433,"date":"2022-03-16T16:24:13","date_gmt":"2022-03-16T15:24:13","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=14433"},"modified":"2024-03-07T22:27:31","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:31","slug":"kulturelle-unterschiede-ruanda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/kulturelle-unterschiede-ruanda\/","title":{"rendered":"Kulturelle Unterschiede Ruanda"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Geschaeftlich-erfolgreich-Ruanda_123rf_Andreas-Ludwig_13707292_s-300x225-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14434\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig sehr klein, z\u00e4hlt Ruanda (Rwanda) zu den am dichtesten besiedelten L\u00e4ndern Afrikas mit einer erstaunlichen Vielfalt von Landschaften. 1994 erlebte das Land einen der schrecklichsten V\u00f6lkermorde der Welt durch die Eskalation ethnisch-sozialer Differenzen in der Gesellschaft. Bis heute sind politische, wirtschaftliche oder soziokulturelle Entwicklungsaktivit\u00e4ten stark vom Genozid gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruanda hat es jedoch in den letzten Jahren zu einem bemerkenswerten wirtschaftlichen Wachstum gebracht. Daher ist es m\u00f6glich, dass auch Deutschland k\u00fcnftig mit diesem ostafrikanischen Kleinstaat verst\u00e4rkt wirtschaftliche Beziehungen pflegen und Investitionen t\u00e4tigen wird, die nicht nur im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit stattfinden. Dort sind interkulturelle Kompetenzen gefragt, die \u00fcber die \u00fcblichen Dos and Don\u00b4ts hinausgehen, denn Ruanda hat eine schwierige und wechselvolle Geschichte. Es ist wichtig, dadurch bedingte gesellschaftliche Besonderheiten zu ber\u00fccksichtigen, wenn Kooperationen erfolgreich verlaufen sollen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kultur und Kulturunterschiede in Ruanda<\/h4>\n\n\n\n<p>Wie in allen Kulturen sind auch in Ruanda naturr\u00e4umliche, historische, demographische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Faktoren f\u00fcr die generelle kulturelle Pr\u00e4gung des Landes ausschlaggebend. Im tropischen Hochland Ostafrikas gelegen, weist Ruanda zu gro\u00dfen Teilen eine H\u00fcgellandschaft auf, die dem Land den Namen \u201eLand der tausend H\u00fcgel\u201c eingebracht hat. Haupts\u00e4chlich durch Landwirtschaft gepr\u00e4gt, sucht Ruanda verst\u00e4rkt eine \u00f6konomische Entwicklung au\u00dferhalb des landwirtschaftlichen Bereichs \u2013 etwa in der Telekommunikation, im IT-Sektor und im Wissensmanagement \u2013 frei nach dem Vorbild Singapurs.<\/p>\n\n\n\n<p>Dicht besiedelt, haben sich in letzter Zeit regionale Disparit\u00e4ten zwischen Stadt- und Landbev\u00f6lkerung verst\u00e4rkt, die die kulturelle Entwicklung ver\u00e4ndern und zu einer gro\u00dfen Binnendifferenzierung zwischen st\u00e4dtischer und l\u00e4ndlicher Bev\u00f6lkerung f\u00fchren. Diese extreme Stadt-Land-Abgrenzung braucht zentrumsnahe Bev\u00f6lkerungsschichten und deren Zugang zu Ressourcen, Gesundheit, Bildung und besseren Arbeitspl\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Von einer starken Globalisierung angetrieben, beschleunigt sich auch die \u00dcbernahme westlicher Kulturelemente, so dass ein grunds\u00e4tzliches Verst\u00e4ndnis der ruandischen \u201eKultur\u201c erschwert wird. Somit ist ein Arbeiten im l\u00e4ndlichen Bereich wesentlich anders als in Kigali und eine Kooperation damit insgesamt stark kontextabh\u00e4ngig \u2013 je nachdem, ob man es mit d\u00f6rflichen Strukturen oder Regierungsmitarbeitern zu tun hat. Viel st\u00e4rker als bisher angenommen, ist f\u00fcr ein Arbeiten und Leben in Ruanda daher eine hohe interkulturelle Handlungskompetenz bedeutsam. Dabei wird es den Deutschen naturgem\u00e4\u00df leichter fallen, sich in der sogenannten Oberschicht \u2013 also der au\u00dferlandwirtschaftlichen Gesellschaft st\u00e4dtischer Gebiete mit starker Orientierung zum westlichen Kulturraum &#8211; zu bewegen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gesch\u00e4ftsbeziehungen eingehen<\/h4>\n\n\n\n<p>Ruanda geh\u00f6rt zum ostafrikanischen Kulturraum und somit tendiert die ruandische Gesellschaft wissenschaftlich gesehen zu Kollektivismus und Beziehungsorientierung, Kurzfristigkeit, geringer Unsicherheitsvermeidung, gro\u00dfer Machtdistanz, geringer Regelhaftigkeit, starker Hierarchieorientierung und einem indirekten Kommunikationsstil.<\/p>\n\n\n\n<p>In kollektiven Gesellschaften und auch immer noch in vielen Bereichen der Zusammenarbeit mit Ruanda ist es \u00fcblich, dass vor dem Eingehen einer Gesch\u00e4ftsbeziehung zun\u00e4chst ein Vertrauensverh\u00e4ltnis zu den anderen Teilnehmern der Gruppe aufgebaut werden soll, bevor man \u201ezur Sache\u201c kommt. Ein harmonief\u00f6rdernder Small Talk ist also immer wichtig. Doch dieser Kollektivismus, der sich auch in der bevorzugten Anstellung von Verwandten im Unternehmen \u00e4u\u00dfert (Partikularismus), nimmt in der ruandischen Oberschicht ab. Dort wollen die gut verdienenden Individuen auch nicht unbedingt und langfristig f\u00fcr alle anderen Familienmitglieder finanziell aufkommen. Und so verh\u00e4lt es sich \u00e4hnlich auch mit der P\u00fcnktlichkeit (stark kontextabh\u00e4ngig: Gesch\u00e4ftstermin oder Party am Abend!) oder der Kurzfristigkeit: M\u00fcssen l\u00e4ngerfristige Verabredungen nochmals kurzfristig best\u00e4tigt werden, gibt es auf h\u00f6herem Niveau durchaus Ans\u00e4tze zur Langfristigkeit. Dies ist etwa bei der sozialen Absicherung oder dem Aufbau eines Krankenversicherungssystems der Fall. Zudem gibt es Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne f\u00fcr mehrere Jahre und Jahrzehnte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nicht Nachahmen, sondern verstehen<\/h4>\n\n\n\n<p>Doch Vorsicht: Die \u00dcbernahme global g\u00fcltiger Kulturelemente wie P\u00fcnktlichkeit, Zeitmanagement oder Langfristigkeit ber\u00fchrt h\u00e4ufig nur die sichtbare Dimension von \u201eKultur\u201c und l\u00e4uft der eigentlichen kulturellen Pr\u00e4gung entgegen. Daher m\u00fcssen Deutsche eben nicht nur die sichtbaren kulturellen Unterschiede wie Begr\u00fc\u00dfungsformeln oder \u00e4u\u00dfere Formen der Verhandlungsf\u00fchrung im ruandischen Kontext beachten, sondern auch verstehen lernen, wie Geschichte und gesellschaftliche Pr\u00e4gungen die ruandische Kultur beeinflusst haben. Das erfordert eine hohe interkulturelle Sensibilit\u00e4t, die das Geflecht von unterschiedlichen Wirkungen auf Kultur und Kulturverst\u00e4ndnis zu analysieren wei\u00df, daneben mit sozialer Kompetenz ein Verst\u00e4ndnis von kulturellen Unterschieden aufzubringen in der Lage ist und mit Empathie auf schwierige Situationen im interkulturellen Kontext reagieren kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was man in Ruanda tun oder nicht tun sollte<\/h4>\n\n\n\n<p>Nun ist es h\u00e4ufig so, dass Fachkr\u00e4fte der Entwicklungszusammenarbeit, Gesch\u00e4ftsleute oder auch Touristen eine Art \u201eLeitfaden\u201c w\u00fcnschen beziehungsweise \u201eFettn\u00e4pfchen\u201c vermeiden wollen, wenn sie nach Ruanda reisen. Dies darf jedoch nicht dazu verleiten, dass es \u201edamit getan sei\u201c oder dass man damit h\u00f6chst interkulturell sensibel agiere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kleiden Sie sich sauber und ordentlich, das ist ein Ausdruck von Hierarchieverst\u00e4ndnis und Respekt.<\/li><li>Reden Sie nicht oder wenig \u00fcber die historische Vergangenheit, vor allem nicht als Gesch\u00e4ftspartner oder als Tourist, das hei\u00dft, wenn es nicht unbedingt sein muss.<\/li><li>Sie d\u00fcrfen unterschiedliche Ethnien in Ruanda nicht \u00f6ffentlich benennen.<\/li><li>Versuchen Sie, sich entweder in Englisch und\/oder in Franz\u00f6sisch zu verst\u00e4ndigen. Am besten ist es, beides zu k\u00f6nnen. Die Beherrschung der Nationalsprache wird nicht erwartet, doch freuen sich die Ruander, wenn man einige Worte oder Gru\u00dfformeln kennt.<\/li><li>Versuchen Sie, dem vielfach vorhandenen indirekten Kommunikationsstil zu folgen und nicht mit Gewalt einen \u201ekommen wir mal zur Sache\u201c-Stil zu fordern.<\/li><li>Verfallen Sie nicht in blinden Aktionismus und in Solidarit\u00e4t, indem Sie sich auf dem Land ebenfalls in einer Grasmatte schlafen legen oder auf ein Moskitonetz verzichten: beides wird man mit Verwunderung wahrnehmen!<\/li><li>Gleiches gilt f\u00fcr Deutsche, die keine Hausangestellte einstellen, weil sie nicht dem \u201eKolonialismus\u201c verfallen wollen: Diese Verhaltensweise wird sich als kontraproduktiv herausstellen und Sie werden als geizig bezeichnet werden.<\/li><li>Mit Kritik am Land oder gar an der Politik sollten Sie sehr vorsichtig sein.<\/li><li>Geschm\u00e4cker sind verschieden und sollten respektiert werden \u2013 dies gilt zum Beispiel f\u00fcr die Inneneinrichtung bei reicheren Familien, Gaumenfreuden oder die \u201eAutofrage\u201c.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ruander als Kooperationspartner ernst nehmen<\/h4>\n\n\n\n<p>Seit dem furchtbaren Genozid von 1994 hat in Ruanda eine bemerkenswerte Wandlung in Richtung eines wirtschaftlichen Aufschwungs stattgefunden. Auch wenn eine Verbesserung der Lebensbedingungen sich zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich auf die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung konzentriert, k\u00f6nnen die Ruander mit Recht stolz darauf sein. Nicht zuletzt durch rigide Sicherheitsvorschriften, die Korruptionsbek\u00e4mpfung und durch hohe Disziplinierung in der Arbeitswelt werden Ruander heute auch als Investitionspartner gesch\u00e4tzt. Dabei ist ein \u201eKolonialgehabe\u201c von Europ\u00e4ern oder Deutschen der garantiert falsche Weg, um zu einer guten und fruchtbaren Kooperation zu gelangen. Die mit hohen Qualifikationsanforderungen erreichte Fachkompetenz vieler Ruander in besserer Stellung ist in der Tat eine gute Ausgangssituation f\u00fcr Verhandlungen auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n\n\n\n<p>Anpassung an die kulturellen Gegebenheiten in Ruanda hei\u00dft jedoch nicht die Aufgabe der deutschen Kulturwerte. Vielfach werden Deutsche insbesondere wegen ihrer Zielstrebigkeit, Strukturierung und Effektivit\u00e4t im Arbeitsleben und klarer Formulierungen gesch\u00e4tzt. Es ist nat\u00fcrlich alles eine Sache der Sensibilit\u00e4t im Umgang miteinander, dass man Integration nicht mit Assimilation verwechselt. Die (gezeigte) Offenheit, kulturelle Werte und Normen verstehen zu wollen, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Geduld sind hier oft mehr wert als die \u00dcbernahme von falsch verstandenen Verhaltensweisen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vorsicht vor Vorurteilen<\/h4>\n\n\n\n<p>Ruander gelten als \u00e4u\u00dferst distanziert und verschlossen. Wenn man mit Vorurteilen dieser Art nach Ruanda kommt, kann das nur von Nachteil f\u00fcr die Kommunikation sein, den Projekterfolg gef\u00e4hrden und ein schlechtes Image der Deutschen in Ruanda pr\u00e4gen. Denn zun\u00e4chst einmal ist es (fast) immer so, dass es durchaus einen Wahrheitswert hat, wenn man annimmt: \u201eWie man in den Wald hineinruft, so wird einem herausgerufen.\u201c Die Frage ist daneben auch: In welchem Kontext und gegen\u00fcber wem oder was sind die Ruander angeblich verschlossen? Nur den Deutschen beziehungsweise den Wei\u00dfen gegen\u00fcber ? \u2013 Die koloniale Vergangenheit ist nicht vergessen. Im Arbeitskontext? In ihrer Familie?<\/p>\n\n\n\n<p>Also Vorsicht mit derartigen Vorurteilen bzw. Stereotypen. Bei der interpersonalen Distanz \u2013 also der r\u00e4umlichen Distanzeinhaltung (= Proxemik) \u2013 scheint Ruanda zun\u00e4chst anderen afrikanischen L\u00e4ndern \u00e4hnlich: Sie gilt als tendenziell niedrig. Bemerkbar macht sich das beispielsweise im Schlangestehen in der Bank. Der hinten Stehende ist sehr nah! Doch betrachtet man traditionelle Formen der Distanzhaltung, so f\u00e4llt auf, dass die disperse Siedlungsweise (Streusiedlungen; fr\u00fcher galt: eine Familie bewirtschaftet einen H\u00fcgel) in Ruanda auch heute noch gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig zu einer gewissen Distanzwahrung f\u00fchrt. \u00c4hnlich wie in Deutschland versucht man seinen privaten Bereich gegen\u00fcber dem Nachbarn abzugrenzen. In Restaurants findet man h\u00e4ufig kleine H\u00fctten vor, die einer Familie oder einer Gruppe vorbehalten sind und die sich von den \u00fcbrigen G\u00e4sten abgrenzt. Also hier sind \u00dcberraschungen bei kulturellen Auspr\u00e4gungen durchaus gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise ist in der neueren wissenschaftlichen Grundlagenforschung \u00fcber Kulturdimensionen verschiedener L\u00e4nder oder L\u00e4ndercluster au\u00dferdem eine doch starke \u00c4hnlichkeit der ruandischen mit der deutschen Kultur erkennbar, was die so genannte Hingabe und Beherrschung betrifft \u2013 ein starker Gegensatz zum Beispiel zu Westafrika und sogar zu Uganda, dem n\u00f6rdlich von Ruanda gelegenen Nachbarstaat. \u00dcberraschend, oder? Denkt man doch \u2013 wenn man Afrika h\u00f6rt \u2013 noch sehr in Schubladen und Stereotypen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013<br><strong>Ruandas Platz in der Beherrschungsskala (Disziplin)*:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ruanda: Rang 57<br>Deutschland: Rang 52<br>Uganda: Rang 33<br>Ghana: Rang 10<br>(Je h\u00f6her der Rang, desto gr\u00f6\u00dfer die Beherrschung)<br>*nach \u201cDie sechste Kulturdimension\u201d von Hofstede: Indulgence versus Restraint<br>\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Selbstwahrnehmung, Reflektion und Perspektivenwechsel<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Wahrnehmung der eigenen kulturellen Pr\u00e4gung, Reflektion \u00fcber kulturell bedingte Handlungsweisen und sich einmal in eine andere Kultur hineinversetzen \u2013 das sind Methoden, die interkulturelle Handlungskompetenzen erh\u00f6hen beziehungsweise erst m\u00f6glich machen. Insbesondere in Ruanda empfiehlt es sich, auch einmal die eigene Sicht- und Handlungsweise in allt\u00e4glichen Situationen, bei Gesch\u00e4ftsverhandlungen und bei der Projektumsetzung zu hinterfragen. Wie w\u00fcrde man selbst reagieren, h\u00e4tte man heute mit einer \u00e4hnlichen gewalt- und misstrauensgepr\u00e4gten Vergangenheit zu leben? Wie w\u00fcrde man handeln, h\u00e4tte man Existenz\u00e4ngste und Angst vor Verarmung, Hunger und Isolation? Die Ruander danken es uns, den \u201emuzungus\u201c (= Wei\u00dfen), wenn wir mit Geduld, Verst\u00e4ndnis, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Interesse an der ruandischen Kultur zu einer interkulturellen Verst\u00e4ndigung kommen. Und f\u00fcr uns selbst ist es bedeutend, als Basis f\u00fcr Kooperation eine interkulturelle Sensibilit\u00e4t aufzubauen und damit uns selbst und unsere Pers\u00f6nlichkeit zu ver\u00e4ndern und zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Autorin:<\/em><\/strong> <em>Dr. Eva Biele&nbsp;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig sehr klein, z\u00e4hlt Ruanda (Rwanda) zu den am dichtesten besiedelten L\u00e4ndern Afrikas mit einer erstaunlichen Vielfalt von Landschaften. 1994 erlebte das Land einen der schrecklichsten V\u00f6lkermorde der Welt durch die Eskalation ethnisch-sozialer Differenzen in der Gesellschaft. Bis heute sind politische, wirtschaftliche oder soziokulturelle Entwicklungsaktivit\u00e4ten stark vom Genozid gepr\u00e4gt. 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