{"id":14218,"date":"2022-03-15T13:45:07","date_gmt":"2022-03-15T12:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=14218"},"modified":"2024-03-07T22:27:28","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:28","slug":"messevorbereitung-indien-wie-ich-lernte-dem-chaos-zu-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/messevorbereitung-indien-wie-ich-lernte-dem-chaos-zu-vertrauen\/","title":{"rendered":"Messevorbereitung Indien: Wie ich lernte, dem Chaos zu vertrauen"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Messe-Indien-Chaos-vertrauen-Bild-2-14853996_s-300x201-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14225\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Messe-Indien-Chaos-vertrauen_s-300x206-3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14227\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Indien-Trainerin Martina Maciejewski-Hofmann war bis Dezember 2011&nbsp;als Projektleiterin der Messe M\u00fcnchen GmbH t\u00e4tig, um in Mumbai&nbsp;die drink technology India zu organisieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vorweg gesagt \u2013 was in Indien f\u00fcr s\u00e4mtliche gesch\u00e4ftliche Kooperationen und Gesch\u00e4fte aller Art gilt, ist beim Messegesch\u00e4ft nicht anders: Lernen Sie Ihre Kollegen, Kunden und Partner vor Ort pers\u00f6nlich kennen. Scheuen Sie keine Reisekosten und fliegen Sie nach Indien, um mit den Beteiligten vor Ort das Konzept und die Abl\u00e4ufe Ihrer Messe durchzusprechen. Glauben Sie mir \u2013 h\u00e4tte ich es bei meiner ersten Messe in Indien gewusst, wie sehr mir das nutzt, h\u00e4tte ich einen \u201eHomestay\u201c im Haus des Messestandbauers beantragt. Erst nachdem er mich als guten Freund identifiziert hatte, bekam&nbsp;ich rechtzeitig VOR Messebeginn Layouts der Beschilderungen bzw. Messest\u00e4nde zu Gesicht &nbsp;\u2013 seither funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Mitarbeiterin einer deutschen, perfekt organisierten Messegesellschaft war ich gepr\u00e4gt von einem Messeaufbau, der nahezu reibungslos, einigerma\u00dfen sauber, mit isolierten Kabeln und ordentlich \u00fcbereinander geschichteten Standw\u00e4nden vonstattenging. Nicht so in Mumbai. Schon bei meiner ersten Fahrt zum dortigen Messegel\u00e4nde wurde mir schlagartig klar, dass ich hier viel dazulernen w\u00fcrde, vor allem an Gelassenheit und Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dreimal mehr Messepersonal<\/h4>\n\n\n\n<p>M\u00fcllberge und herumstreunende Hunde hinter mir lassend erreichte ich die Messehalle, in der ich die n\u00e4chsten zwei Tage zusammen mit Hunderten von Standbauern, Elektrikern, Reinigungskr\u00e4ften und dreimal mehr Messepersonal als in Deutschland eine Messe hochziehen sollte. Ehrlich gesagt, hat mich das Gef\u00fchl, dies in 48 Stunden nie und nimmer zu schaffen, erst verlassen, als die Ehreng\u00e4ste zusammen mit unserem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer am ersten Messemorgen nach dem \u201eRibbon-Cutting\u201c die Messehallen beschritten. Ich atmete auf \u2013 es sah aus wie zu Hause in Deutschland: Die St\u00e4nde blitzten und blinkten, die ausgestellten Maschinen schnurrten leise vor sich hin, die ersten Besucher lie\u00dfen sich durch die Messeg\u00e4nge treiben und begannen gesch\u00e4ftige Gespr\u00e4che mit den Ausstellern zu f\u00fchren. Nur ganz hinten in der Ecke sah ich noch einen indischen Arbeiter den letzten Rest Teppich ausrollen, der f\u00fcnf Minuten vorher noch in der halben Halle unbefestigt lag.<\/p>\n\n\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">48-Stunden-rund-um-die-Uhr<\/h4>\n\n\n\n<p>Was ich zwei Tage lang erlebt hatte, wie sich der Angstschwei\u00df zus\u00e4tzlich mit dem mischte, der bei 45 Grad Hallentemperatur \u00fcber einen kommt, das alles war vergessen. Es war nicht mehr zu erahnen, dass die Messehalle urspr\u00fcnglich aus vier W\u00e4nden und einem Dach bestanden hatte und der Foodcourt, die VIP-Lounge, das Projektleitungsb\u00fcro und der Konferenzraum inklusive seiner W\u00e4nde erst eingebaut werden mussten. Auch die Hostessen, die zuvor noch die falsch sortierten Ausstellerausweise mit Spinat (\u00dcberbleibsel der Mittagspause) verziert hatten, standen nun freundlich l\u00e4chelnd an ihren St\u00e4nden. Der Vogel, der mit seinen nassen F\u00fc\u00dfen auf einem nicht-isolierten Stromkabel landend, einen Funkenschlag direkt \u00fcber meinem Kopf verursachte hatte, hatte sich l\u00e4ngst zu dem anderen Getier drau\u00dfen vor der Halle gesellt. Die indischen Standbauer, die w\u00e4hrend eines 48-Stunden-rund-um-die-Uhr-Aufbaus ab und zu in den G\u00e4ngen lagen, um sich eine kurze Ruhepause zu g\u00f6nnen, waren l\u00e4ngst daheim bei ihren Familien oder werkelten bereits an einer anderen Messe.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die&nbsp;Klimaanlage l\u00e4uft<\/h4>\n\n\n\n<p>Und vor allem: Ich konnte wieder atmen. Den Mundschutz, den ich vorsichtshalber in der Tasche und doch nie getragen hatte, konnte ich entsorgen. Denn Messeaufbau gleicht einer Schreinerei: Es wird ges\u00e4gt, gebohrt und auch sonst auf jede erdenkliche Art Staub aufgewirbelt. Und genau dieser Staub ist es, der die Klimaanlage au\u00dfer Gefecht setzen w\u00fcrde \u2013 deshalb war sie zum Messeaufbau vorsorglich ausgeschaltet worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur ab und zu kreisten noch ein paar wilde V\u00f6gel \u00fcber den K\u00f6pfen der Messebeteiligten \u2013 diese kann auch nicht der erfahrenste Messebauer aus der Halle vertreiben \u2013 und erinnerten daran, dass wir doch nicht zu Hause in Deutschland sind, sondern in Indien, dem faszinierendsten und aufregendsten aller (Messe-)L\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Autorin: <\/em><\/strong><em>Martina Maciejewski-Hofmann &#8211; Martina Maciejewski-Hofmann hat Tourismusmanagement in M\u00fcnchen studiert und organisiert seit ihrem Abschluss internationale Messe, darunter auch zahlreiche Messeauftritte in Indien. Ihre Passion f\u00fcr die indische Kultur vermittelt sie Unternehmen in spannenden Trainings. Ein Schwerpunkt bildet auch die Durchf\u00fchrung von ausgesprochen interaktiven virtuellen Seminaren.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indien-Trainerin Martina Maciejewski-Hofmann war bis Dezember 2011&nbsp;als Projektleiterin der Messe M\u00fcnchen GmbH t\u00e4tig, um in Mumbai&nbsp;die drink technology India zu organisieren. Vorweg gesagt \u2013 was in Indien f\u00fcr s\u00e4mtliche gesch\u00e4ftliche Kooperationen und Gesch\u00e4fte aller Art gilt, ist beim Messegesch\u00e4ft nicht anders: Lernen Sie Ihre Kollegen, Kunden und Partner vor Ort pers\u00f6nlich kennen. 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