{"id":14176,"date":"2022-03-15T10:59:02","date_gmt":"2022-03-15T09:59:02","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=14176"},"modified":"2024-03-07T22:27:28","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:28","slug":"meetings-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/meetings-in-den-usa\/","title":{"rendered":"Meetings in den USA"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Meetings-in-Deutschland.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14178\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In US-amerikanischen Unternehmen finden jede Woche zahlreiche Meetings statt. Sehr oft ist das Ziel, alle auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu wird ein kurzes, effizientes und teamorientiertes Meeting abgehalten. Halten Sie Ihre Redebeitr\u00e4ge kurz und achten Sie auf eine gewisse Ergebnisorientierung. Schweifen Sie also nicht vom Thema ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben gibt es Meetings, in denen gemeinsam ein Projekt geplant oder neue Konzepte entwickelt werden sollen. Daran sind alle beteiligt und die Stimmung ist positiv und motivierend.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">P\u00fcnktlichkeit wird erwartet<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seien Sie zu einem Meeting in den USA p\u00fcnktlich, aber wundern Sie sich nicht, wenn Sie f\u00fcnf Minuten vor Beginn der Besprechung der erste im Konferenzraum sind. Sie k\u00f6nnen au\u00dferdem davon ausgehen, dass das Meeting auch p\u00fcnktlich beendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fall Sie zu sp\u00e4t kommen, setzen Sie sich schnell hin und entschuldigen Sie sich leise in die Runde, es sei denn, jemand h\u00e4lt gerade einen Vortrag. Unterbrechungen werden als St\u00f6rung empfunden. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr klingelnde Handys. Es kann angebracht sein, sich am Ende des Meetings beim Besprechungsleiter noch einmal f\u00fcr das Zusp\u00e4tkommen zu entschuldigen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Agenda und Vorbereitung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel gibt es f\u00fcr Meetings in den USA eine detaillierte Agenda. Die einzelnen Themen werden dann nacheinander abgearbeitet. Es wird zudem vorausgesetzt, dass sich alle der zuvor versandten Agenda entsprechend auf das Meeting vorbereitet haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je nach Unternehmenskultur werden auf der Agenda genaue Zeiten je Besprechungspunkt angegeben. Sollen gemeinsam Ideen und Pl\u00e4ne entwickelt werden, dann wird jedoch keine so strikte Agenda aufgestellt. Dies w\u00fcrde dem freien Ideenfindungsprozess entgegenstehen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Teilnehmer und Sitzordnung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer an einem Meeting teilnimmt, h\u00e4ngt vom jeweiligen Thema ab. In der Regel werden jedoch nur Personen teilnehmen, die mit den angesetzten Themen direkt zu tun haben. Alle anderen werden sp\u00e4ter m\u00fcndlich oder durch eines der zahlreichen Memos informiert. Es gilt wie so oft im US-amerikanischen Gesch\u00e4ftsleben der Grundsatz: Time is money.&nbsp; Daher werden nur diejenigen anwesend sein wollen, die unbedingt gebraucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt meist keine strikte Sitzordnung. Wer im Meeting am h\u00e4ufigsten sprechen wird, sitzt in der N\u00e4he des Besprechungsleiters. Ist eine Pr\u00e4sentation vorgesehen, sitzt der Pr\u00e4sentator vorne im Raum. Warten Sie im Zweifelsfall einfach ab, bis Ihnen ein Platz zugewiesen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls sich die Teilnehmer eines Meetings noch nicht kennen, finden US-Amerikaner es absolut normal, nachzufragen. Sprechen Sie die Anwesenden direkt darauf an, welche Funktion sie im Unternehmen innehaben. Ihren Titel werden US-Amerikaner allerdings nicht immer nennen. Generell gilt jedoch, dass Sie sich nicht scheuen sollten, zu fragen, sofern Sie mehr \u00fcber den Titel oder die Aufgaben eines Meeting-Teilnehmers wissen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gespr\u00e4chsstil im Meeting<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommunikation in US-amerikanischen Meetings verl\u00e4uft sachorientiert, h\u00f6flich und freundlich. Obwohl Sie Ihre amerikanischen Gesch\u00e4fts- und Projektpartner wahrscheinlich als locker bezeichnen w\u00fcrden, legen sie in Meetings tendenziell mehr Wert auf formelle Umgangsformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Regel sagen US-Amerikaner ziemlich direkt, was sie denken und meinen, was sie sagen. Sie m\u00fcssen also nicht zwischen den Zeilen lesen. Die verbalen Aussagen Ihrer amerikanischen Gespr\u00e4chspartner sind klar verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gemeinsame Projektplanung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soll in einem Meeting ein Projekt geplant werden, werden US-Amerikaner zun\u00e4chst ein gro\u00dfes Ziel formulieren. Dann \u00fcberlegt man, in welchen Teilzielen \u2013 entweder je Funktionsbereich oder Zeitabschnitt oder auch beides \u2013 das Gesamtziel erreicht werden kann. Die einzelnen Teilziele werden den Teilnehmern je nach Verantwortungsbereich zugeordnet, die dann in nachfolgenden Meetings \u00fcber ihre Fortschritte berichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">US-Amerikanern ist es wichtig, den Prozess schnell zu starten, so dass auch schnell Resultate erzielt und bewertet werden k\u00f6nnen. Ihre einzelnen Schritte planen sie bis zu einem gewissen Grad, aber man geht davon aus, dass auf dem Weg zum gro\u00dfen Ziel neue Ideen auftauchen und Anpassungen notwendig werden. Man kann aus amerikanischer Sicht kein Projekt im ersten Meeting von A bis Z durchplanen. Es ist viel wichtiger, das gro\u00dfe Ziel vor Augen zu haben und gleichzeitig agil zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von ihren deutschen Projektpartnern denken US-Amerikaner hingegen oft, dass sich diese zu lange an unn\u00f6tigen Details in der fernen Zukunft aufhalten und lieber theoretisch planen als praktisch handeln. Das wird oft als Negativhaltung verachtet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-primary-background-color has-primary-color is-style-default\"\/>\n\n\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbertrieben positiv<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn US-Amerikaner in Meetings neue Konzepte entwickeln, sollen st\u00e4ndige Zustimmung und Begeisterung f\u00fcr die eingebrachten Ideen das Team motivieren, weiterzumachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland stellt hingegen meist eine Person ein Gesamtkonzept vor, das die Kollegen dann durch konstruktiv kritische Gedanken und Anmerkungen in seine Bestandteile zerlegen, bis am Ende ein brauchbares Grundger\u00fcst \u00fcbrig bleibt, mit dem alle einigerma\u00dfen zufrieden sind. Diese Vorgehensweise w\u00fcrde Amerikaner stark demotivieren, wenn nicht sogar pers\u00f6nlich treffen. Mit so viel Kritik und Negativit\u00e4t auf einen Schlag k\u00f6nnen sie in der Regel nur schwer umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellen Sie in einem Meeting mit US-Partnern also kein vollst\u00e4ndig entwickeltes Konzept vor und erwarten Sie dann, dass Ihre amerikanischen Kollegen dies kritisch hinterfragen werden. Umgekehrt sollten Sie US-Amerikaner nicht mit kritischen Kommentaren bombardieren, sondern ihnen nur konkrete Alternativvorschl\u00e4ge unterbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Konzeptentwicklung mit US-Amerikanern gilt daher der Grundsatz: Formulieren Sie immer positiv, und zwar aus Ihrer Sicht \u00fcbertrieben positiv! Im Gegensatz zur eher neutralen Kommunikationsweise der Deutschen zeigen Amerikaner Begeisterung. Daher gilt es, in Meetings oft eine andere Abstufung in der Wortwahl zu ber\u00fccksichtigen: \u201eGood\u201c dr\u00fcckt in den USA nicht mehr als ein Mittelma\u00df aus. Wenn etwas als \u201every good\u201c bezeichnet wird, ist das also kein besonders gro\u00dfes Lob. Finden Sie etwas gut, sagen Sie mindestens \u201eThat\u2019s great\u201c. Ist etwas sehr gut, m\u00fcssen Sie dicker auftragen. Benutzen Sie starke Adjektive wie \u201ehervorragend\u201c oder \u201eau\u00dferordentlich\u201c. Sprechen Sie also von \u201ebrilliant ideas\u201c, \u201ea fabulous outcome\u201c, \u201ean outstanding team work\u201d, \u201can excellent plan\u201d oder \u201efantastic results\u201c. Dabei kommen sich Deutsche oft komisch vor und haben das Gef\u00fchl, zu \u00fcbertreiben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bedenken formulieren<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die typisch deutsche Ehrlichkeit wird von Amerikanern eher als grob unh\u00f6flich empfunden. Ehe Sie also frei von der Leber weg sagen, was Sie denken, oder gar an einer amerikanischen Vision Kritik \u00fcben, weil Sie Schwachstellen in der Argumentation gefunden haben, sollten Sie besser erst viele positive Dinge erw\u00e4hnen, ehe sie dann ganz vorsichtig Ihre Bedenken formulieren. Zeigen Sie Ihre Wertsch\u00e4tzung, aber seien Sie trotzdem konkret hinsichtlich Ihrer Kritik oder Ihrer Ablehnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Generell gilt, dass Probleme in den USA positiv angegangen werden und deshalb als Chancen und Herausforderungen betrachtet werden, deren L\u00f6sung im Vordergrund steht. W\u00e4hrend Deutsche in der Diskussion gerne ihren schweren Bedenken Ausdruck verleihen, sehen Amerikaner darin nur \u201ea couple of issues\u201c oder ein \u201eslight concern\u201c \u2013 mehr aber auch nicht. Sie richten den Fokus immer auf das gro\u00dfe Ganze und akzeptieren, dass Revisionen auf dem Weg dorthin Teil des Prozesses sind. Betreiben Sie keine detaillierte Ursachenforschung, und suchen Sie auch nicht nach einem Schuldigen, das wird als wenig produktiv erachtet. Ihr Fazit sollte also immer darauf ausgerichtet sein, wie es weiter nach vorne geht und das beste Ergebnis erzielt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt gilt, dass Sie genau zuh\u00f6ren m\u00fcssen. \u00c4u\u00dfert ein US-Amerikaner Bedenken oder Kritik, wird er Ihnen sehr h\u00f6flich und freundlich sagen, was aus seiner Sicht falsch ist. Bedingt durch diese freundliche Art der US-Amerikaner \u00fcberh\u00f6ren Deutsche oft die eigentlich kritischen Worte. Halten Sie die Freundlichkeit zudem nicht f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr Unentschlossenheit oder eine fehlende Bereitschaft, zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten in einem Meeting einmal unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen, gilt das Prinzip \u201ehard on facts, soft on people\u201c. Bleiben Sie also immer ruhig, sachlich und zivilisiert. Sprechen Sie von neuen Herausforderungen, die es gemeinsam zu bew\u00e4ltigen gilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In US-amerikanischen Unternehmen finden jede Woche zahlreiche Meetings statt. Sehr oft ist das Ziel, alle auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu wird ein kurzes, effizientes und teamorientiertes Meeting abgehalten. Halten Sie Ihre Redebeitr\u00e4ge kurz und achten Sie auf eine gewisse Ergebnisorientierung. Schweifen Sie also nicht vom Thema ab. Daneben gibt es Meetings, in denen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":14178,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[34,28,71,44],"tags":[],"class_list":["post-14176","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-business-management","category-kommunikation","category-nordamerika","category-usa-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14176\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}