{"id":13755,"date":"2022-03-10T17:07:12","date_gmt":"2022-03-10T16:07:12","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=13755"},"modified":"2024-03-07T22:27:27","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:27","slug":"verschwinden-kulturelle-unterschiede-irgendwann-von-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/verschwinden-kulturelle-unterschiede-irgendwann-von-selbst\/","title":{"rendered":"Verschwinden kulturelle Unterschiede irgendwann von selbst?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Verschwinden-interkulturelle-Unterschiede-35064870_s.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13757\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Global aufgestellte Unternehmen machen die Erfahrung, dass die interkulturellen Unterschiede ihrer Arbeitnehmer im internationalen Arbeitsalltag in den Hintergrund treten und einer firmeneigenen Kultur Platz machen. Dabei gilt, je kulturell diverser eine Abteilung oder ein Team ist, desto eher wird diese Diversit\u00e4t mit der Zeit zur Normalit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die \u00fcber einen langen Zeitraum ausschlie\u00dflich in einem gemischtkulturellen Umfeld arbeiten, ver\u00e4ndern sich unweigerlich. Ihre individuelle kulturelle Pr\u00e4gung wird schw\u00e4cher und sie entwickeln eine Anpassungsf\u00e4higkeit, die die Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen ma\u00dfgeblich vereinfacht. Ein respektvolles, empathisch-einf\u00fchlsames und flexibles Arbeiten wird so zum unverzichtbaren Teil der weltweiten Unternehmenskultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Es muss jedoch an dieser Stelle betont werden, dass dies immer das Ergebnis eines langen Prozesses ist, der neben dem detaillierten Wissen um diverse kulturelle Unterschiede einen konstruktiven und proaktiven Umgang mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen der einzelnen Mitarbeiter voraussetzt. Wird dieser Prozess hingegen nicht erfolgreich durchlaufen, besteht die Gefahr, dass interkulturelle Unterschiede und die daraus resultierenden Schwierigkeiten im Arbeitsalltag als gegeben, unver\u00e4nderlich und schlie\u00dflich als normal hingenommen werden. Oft wird dann an der L\u00f6sung schwelender Konflikte gar nicht mehr gearbeitet. Stattdessen lernen die Mitglieder eines gemischtkulturellen Teams irgendwie damit zu leben. Das internationale Arbeitsumfeld wird zum allt\u00e4glichen Hemmnis.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gruppenbildung mit verh\u00e4rteten Fronten<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Risiko, das vor allem in Abteilungen oder Teams besteht, in dem die Mitarbeiter nicht aus vielen verschiedenen L\u00e4ndern, sondern nur aus zwei oder drei stammen, ist die Gruppenbildung. Dann besteht die Tendenz, sich entlang ethnischer Linien voneinander abzugrenzen, indem jede Gruppe untereinander in der jeweiligen Muttersprache spricht und in der Zusammenarbeit mit den anderen auf ihre kulturspezifischen Besonderheiten pocht \u2013 sei es bewusst oder unbewusst. Erschwerend kommt hinzu, dass die Unternehmensleitung oft eine bestimmte Kultur bevorzugt, beispielsweise die des jeweiligen Standortes oder auch die der weit entfernten Konzernleitung. Dann wird versucht, auf Basis dieser gew\u00e4hlten Kultur einen Kodex zu entwickeln, der f\u00fcr alle gilt. Letztlich wird einer Gruppe ein ma\u00dfgeblicher Vorteil gew\u00e4hrt, was die Frustration der anderen kulturellen Gruppen nur erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese ungesunde Gruppendynamik f\u00fchrt fast immer dazu, dass sich aufgrund kultureller Unterschiede Fronten entwickeln und verh\u00e4rten. Die kulturellen Pr\u00e4gungen der einzelnen Gruppen werden st\u00e4rker und st\u00e4rker wirksam, weil die Mitarbeiter durch die Stresssituation am Arbeitsplatz in ihre kulturellen Muster zur\u00fcckfallen und so das multikulturelle Team in seiner Gesamtleistung schw\u00e4chen. Die Expertise einzelner Teammitglieder der unterlegenen Gruppen werden nicht genutzt, weil sie durch ihre Gruppenzugeh\u00f6rigkeit ausgegrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Prozess zur interkulturellen Abteilung lohnt sich<\/h4>\n\n\n\n<p>Interkulturelle Unterschiede verschwinden nicht von selbst. Stattdessen ist ein intensiver Prozess notwendig, um interkulturell kompetente Abteilungen und Arbeitsgruppen aufzubauen. Diverse Studien zeigen deutlich, dass sich dieser Prozess langfristig lohnt. Denn gemischtkulturelle Teams, die durch diesen Prozess gegangen sind und eine entsprechend offene und flexible interne Arbeitskultur in ihrem Unternehmen mitgestalten, zeigen deutlich bessere Leistungen als kulturell homogene Teams. Sie sind in der Regel kreativer und profitieren von den unterschiedlichen Denkweisen ihrer Mitglieder. Ohne diesen Prozess zeigen gemischtkulturelle Teams jedoch deutlich schlechtere Leistungen, insbesondere wenn es nur einige Kulturen je Team gibt, weil die erzwungene Anpassung an eine dominante Kultur oder an einen von oben \u00fcbergest\u00fclpten Arbeitskodex die Arbeitsmotivation beeintr\u00e4chtigt und die Leistungen insgesamt sinken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Autorin<\/em><\/strong><em>: Katrin Koll Prakoonwit<\/em>&nbsp;\u2013&nbsp;<em>Bevor sie sich als Journalistin selbst\u00e4ndig machte, schrieb&nbsp;Katrin Koll Prakoonwit&nbsp;L\u00e4nderanalysen f\u00fcr die FAZ. Heute arbeitet sie f\u00fcr Publikationen verschiedener Beratungsunternehmen und Verlage. Frau Koll Prakoonwit lebt in Reading, Berkshire, bei London.<\/em> <\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Global aufgestellte Unternehmen machen die Erfahrung, dass die interkulturellen Unterschiede ihrer Arbeitnehmer im internationalen Arbeitsalltag in den Hintergrund treten und einer firmeneigenen Kultur Platz machen. Dabei gilt, je kulturell diverser eine Abteilung oder ein Team ist, desto eher wird diese Diversit\u00e4t mit der Zeit zur Normalit\u00e4t. 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