{"id":13628,"date":"2022-03-09T11:18:33","date_gmt":"2022-03-09T10:18:33","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=13628"},"modified":"2024-03-07T22:27:24","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:24","slug":"kommunikation-in-der-us-geschaeftskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/kommunikation-in-der-us-geschaeftskultur\/","title":{"rendered":"Kommunikation in der US-Gesch\u00e4ftskultur"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Kommunikation-in-den-USA-31335579_s.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13630\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Hauptcharakteristikum des US-amerikanischen Kommunikationsstils l\u00e4sst sich in einem eing\u00e4ngigen Motto zusammenfassen: Hard on facts, soft on people \u2013 Hart in der Sache, sanft zur Person. US-Amerikaner kommuniziert klar und direkt in der Sache, aber immer auch h\u00f6flich und freundlich zur Person. Daher legen sie Wert auf eine angenehme Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re, bevor gesch\u00e4ftliche Themen angesprochen werden. Meist gelingt ihnen die Schaffung dieser guten Atmosph\u00e4re mit einem angeregten Small Talk.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu st\u00e4rker beziehungsorientierten Kulturen ist es US-Amerikanern aber m\u00f6glich, rein \u00fcber die gesch\u00e4ftliche Sache zu sprechen, ohne dazu erst eine langfristige pers\u00f6nliche Beziehung zum Gesch\u00e4ftspartner aufbauen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Positives Miteinander<\/h4>\n\n\n\n<p>Deutsche kommunizieren \u00e4hnlich sachlich und direkt wie US-Amerikaner, sind es aber meist nicht gewohnt, allzu viel f\u00fcr die gute Atmosph\u00e4re zwischen den Gespr\u00e4chspartnern zu tun. Daher kommt es leicht zu einer Fehleinsch\u00e4tzung, wie in der folgenden kleinen Geschichte deutlich wird:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Pfirsich und eine Kokosnuss treffen sich. Der Pfirsich ist offen und freundlich. Er erz\u00e4hlt viel und bietet seine Hilfe an. Sehr zur \u00dcberraschung der Kokosnuss m\u00f6chte er sie sogar einladen. Kokosnuss ist eher ernsthaft, zur\u00fcckhaltend und glaubt, sie hat in Pfirsich \u00fcberraschend einfach und schnell einen neuen, guten Freund gewonnen. Schlie\u00dflich interessiert er sich f\u00fcr sie und k\u00fcmmert sich. Kokosnuss \u00f6ffnet sich, zeigt ihr s\u00fc\u00dfes Inneres und erwartet von Pfirsich nun Freundschaft, Zuverl\u00e4ssigkeit und Verbindlichkeit \u2013 und ist bald entt\u00e4uscht. Sie steht dem harten Kern des Pfirsichs gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer ist der Pfirsich und wer die Kokosnuss? Nun, die harte Schale und der s\u00fc\u00dfe Kern der Kokosnuss \u2013 das sind die Deutschen. Deutsche sind nach au\u00dfen hin verschlossener und \u00f6ffnen sich nur schwer, wie eine Kokosnuss, aber ist das einmal geschehen, sind sie freundlich und offen, z. B. zu engen Freunden. Das weiche, saftige Fruchtfleisch des Pfirsichs mit dem harten Kern in der Mitte \u2013 das sind die Amerikaner. Amerikaner sind nach au\u00dfen hin offen und gespr\u00e4chsbereit, aber nur bis der harte Kern, den man auch als Privatsph\u00e4re bezeichnen k\u00f6nnte, erreicht ist.<br>Bereits als Kinder lernen Amerikaner, auf andere zuzugehen, offen, freundlich und hilfsbereit zu sein. Ihre generelle Lebenseinstellung ist daher positiv!<\/p>\n\n\n\n<p>Werten Sie diese Offenheit der Amerikaner nach au\u00dfen hin nicht nach deutschen Ma\u00dfst\u00e4ben als den Beginn einer Freundschaft. Verurteilen Sie das amerikanische Verhalten aber auch nicht als reine Oberfl\u00e4chlichkeit. US-Amerikaner sind einfach stets um eine positive Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re bem\u00fcht und erreichen dies durch das freundliche, offene Gespr\u00e4ch. In dem Moment, in dem Deutsche sich ihnen \u00f6ffnen, ihren weichen Kern zeigen und sich aus diesem Missverst\u00e4ndnis heraus wie gegen\u00fcber guten Freunden verhalten, ist diese pers\u00f6nlichere Ebene den Amerikanern wiederum zu nah und sie gehen darauf nicht weiter ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zur amerikanischen Offenheit steht n\u00e4mlich die Empfindlichkeit gegen\u00fcber einer Einmischung in die eigenen Angelegenheiten. Die Privatsph\u00e4re und die eigene Individualit\u00e4t gelten in den USA als heilig.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Small Talk<\/h4>\n\n\n\n<p>Der von US-Amerikanern gekonnt praktizierte Small Talk hat f\u00fcr uns Deutsche keinen hohen Stellenwert, im Gegenteil, wir betrachten ihn oft als reine Zeitverschwendung und w\u00fcrden lieber gleich zur gesch\u00e4ftlichen Sache kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Investieren Sie im Business mit US-Amerikanern jedoch lieber etwas Zeit in das Warm-up. W\u00e4hlen Sie unverf\u00e4ngliche Themen, wie das Wetter, Ihre Anreise, die sch\u00f6ne Landschaft, Sport, Hobbys, das Essen oder auch die neuesten Filme und Modelle elektronischer Ger\u00e4te. No-Gos sind alle Themen, bei denen man leicht unterschiedlicher Meinung sein k\u00f6nnte. Dar\u00fcber hinaus sollten Sie keine zu pers\u00f6nlichen Themen w\u00e4hlen, denn trotz ihrer offenen Art sehen US-Amerikaner Sie nicht gleich als enge Freunde!<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Aufw\u00e4rmphase werden Ihre US-amerikanischen Gesch\u00e4ftspartner signalisieren, dass sie nun \u00fcber Gesch\u00e4ftliches reden m\u00f6chten. Dann hei\u00dft es beispielsweise: \u201eLet\u2019s get down to business.\u201c Dank eines sehr \u00e4hnlichen Kommunikationsstils verstehen sich ab diesem Punkt beide Seiten hervorragend. Es gibt nur einige wenige Dinge, auf die Sie achten sollten:<\/p>\n\n\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">K.I.S.S.<\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Sie den Small Talk f\u00fcr die gute Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re als Zeitverschwendung empfinden m\u00f6gen, haben US-Amerikaner meist keine Zeit f\u00fcr lange Erkl\u00e4rungen und unn\u00f6tige Details. Es gilt das Motto: K.I.S.S. \u2013 \u201eKeep it short and simple\u201c bzw. \u201eKeep it short and straight\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Verzichten Sie darauf, zu detailliert zu kommunizieren. Beschr\u00e4nken Sie sich auf die Informationen, die Sie brauchen, um Ihr Anliegen verst\u00e4ndlich zu machen. Kommen Sie so schnell wie m\u00f6glich zum Kern der Sache. Es gilt nun der Grundsatz: Time is money.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Direkte Kommunikation mit einigen Ausnahmen<\/h4>\n\n\n\n<p>In der Regel sagen US-Amerikaner ziemlich direkt, was sie denken, und meinen, was sie sagen. Sie m\u00fcssen also nicht zwischen den Zeilen lesen und sollten selbst auch nichts durch die Blume sagen. Die verbalen Aussagen Ihrer amerikanischen Gespr\u00e4chspartner sind klar verst\u00e4ndlich und sie w\u00fcnschen sich ebenso klare Aussagen von Ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seien Sie aber h\u00f6flich und freundlich, lassen Sie Ihren Gespr\u00e4chspartner ausreden. Machen Sie aber keine zu langen Pausen, denn Amerikaner werden sofort selbst weiterreden. Zu langes Schweigen k\u00f6nnte Ihnen sogar als Desinteresse ausgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ablehnung ohne direktes Nein<\/h4>\n\n\n\n<p>Klare Aussagen ja, aber US-Amerikaner kommen dennoch sehr gut ohne ein direktes Nein aus. Denn das w\u00fcrde die gute Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re belasten. Lehnen sie beispielsweise einen Vorschlag ab, tun sie das mit einigen Floskeln, die Unsicherheit ausdr\u00fccken, wie z. B. \u201eI\u2019m not too sure about this\u201c oder \u201eI\u2019ll have to think about that\u201d. Stellen Sie dann einige Kontextfragen, um herauszufinden, wo genau das Problem liegt. Erhalten Sie jedoch am Ende kein klares \u201eYes\u201c, dann sollten Sie von einer negativen Antwort ausgehen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Meinungsverschiedenheiten<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Prinzip \u201ehard on facts, soft on people\u201c, gilt nat\u00fcrlich auch, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen. Bleiben Sie in Diskussionen mit US-Amerikanern also immer sachlich und halten Sie die freundliche Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re unbedingt aufrecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell gilt, dass Konflikte und Probleme in den USA positiv angegangen werden und deshalb als Herausforderungen betrachtet werden, deren L\u00f6sung im Vordergrund steht \u2013 und nicht etwa eine detaillierte Ursachenforschung, wie dies in Deutschland oft der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Deutsche in der Diskussion also gerne ihren schweren Bedenken Ausdruck verleihen, erkennen Amerikaner meist nur \u201e a couple of issues\u201c oder ein \u201eslight concern\u201c&nbsp; \u2013 mehr aber auch nicht. Sie richten den Fokus n\u00e4mlich immer auf das gro\u00dfe Ganze und nicht auf einzelne H\u00fcrden auf dem Weg dorthin.<\/p>\n\n\n\n<p>Sprechen Sie also m\u00f6glichst nicht von \u201eproblems\u201c, sondern von \u201echallenges\u201c, die es gemeinsam zu bew\u00e4ltigen gilt. Suchen Sie bei auftauchenden Problemen auch nicht nach Ursachen oder gar Schuldigen, sondern immer nur nach L\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbertrieben positiv<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zur eher neutralen deutschen Kommunikationsweise mit relativ monotoner Intonation zeigen US-Amerikaner ihre Begeisterung selbst f\u00fcr kleine, unwichtige Dinge. Daher gilt es, in der Kommunikation mit Amerikanern eine andere Abstufung zu ber\u00fccksichtigen: Das Wort \u201egood\u201c dr\u00fcckt in den USA beispielsweise nicht mehr als ein Mittelma\u00df aus. Finden Sie etwas gut, sagen Sie mindestens \u201eThat\u2019s great\u201c. Ist etwas sehr gut, m\u00fcssen Sie dicker auftragen. Benutzen Sie starke Adjektive, sprechen Sie also von \u201ebrilliant ideas\u201c, \u201ea fabulous outcome\u201c, \u201ean outstanding team work\u201d, \u201can excellent plan\u201d oder \u201efantastic results\u201c. Dabei kommen sich Deutsche oft albern vor und haben das Gef\u00fchl, zu \u00fcbertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die typisch deutsche Ehrlichkeit kann von US-Amerikanern schnell als grob unh\u00f6flich empfunden werden. Ehe sie also sagen, was Sie wirklich denken, oder gar an einer amerikanischen Vision Kritik \u00fcben, weil Sie Schwachstellen im Projektplan gefunden haben, sollten Sie besser erst viele positive Dinge erw\u00e4hnen, ehe sie dann ganz vorsichtig ihre Bedenken formulieren. Ihr Fazit sollte jedoch immer optimistisch klingen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritik \u00e4u\u00dfern<\/h4>\n\n\n\n<p>Beim Thema Kritik manifestiert sich der erw\u00e4hnte Grundsatz \u201eHart in der Sache, sanft zur Person\u201c erneut. Unter keinen Umst\u00e4nden d\u00fcrfen Sie jemanden vor anderen kritisieren. Kritik wird nur unter vier Augen und in einer freundlichen Art und Weise ge\u00e4u\u00dfert. Sprechen Sie sachlich, machen Sie eher Verbesserungsvorschl\u00e4ge und loben Sie gleichzeitig m\u00f6glichst viele andere Dinge, die die jeweilige Person gut gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4u\u00dfert ein Amerikaner Kritik, h\u00f6ren Sie ganz genau hin. Die Kritik versteckt sich oft hinter h\u00f6flichen Worten. Bedingt durch den freundlichen Tonfall der Amerikaner \u00fcberh\u00f6ren Deutsche oft die eigentlich kritischen Worte!<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hauptcharakteristikum des US-amerikanischen Kommunikationsstils l\u00e4sst sich in einem eing\u00e4ngigen Motto zusammenfassen: Hard on facts, soft on people \u2013 Hart in der Sache, sanft zur Person. US-Amerikaner kommuniziert klar und direkt in der Sache, aber immer auch h\u00f6flich und freundlich zur Person. Daher legen sie Wert auf eine angenehme Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re, bevor gesch\u00e4ftliche Themen angesprochen werden. 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