{"id":13483,"date":"2022-03-08T15:46:05","date_gmt":"2022-03-08T14:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/crossculture-academy.com\/?p=13483"},"modified":"2024-03-07T22:27:21","modified_gmt":"2024-03-07T22:27:21","slug":"was-ist-interkulturelle-kompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/crossculture-academy.com\/de\/was-ist-interkulturelle-kompetenz\/","title":{"rendered":"Was ist interkulturelle Kompetenz?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/crossculture-academy.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Was-ist-Kultur-1-20353006_s-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13485\" title=\"\"><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die oberste Voraussetzung f\u00fcr den Aufbau interkultureller Kompetenz ist das Vorhandensein von sozialer Kompetenz. Soziale Kompetenz zu besitzen, bedeutet, Rollenerwartungen in bestimmten Situationen genau zu kennen und \u00fcber Fertigkeiten zu verf\u00fcgen, die f\u00fcr die erfolgreiche soziale Interaktion notwendig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6rt beispielsweise, das Verhalten anderer zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Oder auch zu wissen, wie man sich einer Situation entsprechend verh\u00e4lt. Man hat die F\u00e4higkeit, mit seinen Mitmenschen einf\u00fchlsam, fair und konstruktiv umzugehen, weil man die Stimmungen anderer wahrnehmen und darauf reagieren kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Soziale Kompetenz \u00fcbertragen<\/h4>\n\n\n\n<p>In der Folge basiert interkulturelle Kompetenz auf der F\u00e4higkeit, auch dann sozial kompetent zu handeln, wenn Personen aus einer oder mehreren anderen Kulturen stammen. Man sollte wissen, wie Rollen und Situationen, in denen man handelt, in bestimmten fremden Kulturen verstanden werden und akzeptieren k\u00f6nnen, dass das \u201eandere\u201c Verhalten dort ebenso der Norm entspricht wie das eigene, als richtig empfundene Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Interkulturelle Kompetenz ist somit immer eine Kombination aus bestimmten Eigenschaften und dem Wissen \u00fcber die jeweils andere Kultur.<\/p>\n\n\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Stereotype und Vorurteile<\/h4>\n\n\n\n<p>In Sachen Wissen \u00fcber eine Kultur machen wir nun einen kurzen Abstecher zum Thema Stereotype und Vorurteile \u2013 um was geht es hier eigentlich?<br>Unter beiden Begriffen versteht man zun\u00e4chst das Vorhandensein einer bestimmten Annahme oder einer vorgepr\u00e4gten Idee \u00fcber eine Person oder eine Gruppe. Und beide sind konstituierend f\u00fcr den Menschen, denn letztlich muss jeder f\u00fcr sich die Komplexit\u00e4t der Welt reduzieren. Ohne diesen Vorgang w\u00fcrden wir mit allen Einzelinformationen hoffnungslos \u00fcberfordert sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem besteht ein Unterschied zwischen Stereotypen und Vorurteilen. Und der liegt weniger darin, wie er zustande kommt, als vielmehr, wie damit umgegangen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Stereotype sind flexibel und lassen sich schnell anpassen, wenn sich die Situation ver\u00e4ndert. Das hei\u00dft, es erfolgt immer ein Abgleich zwischen der Vereinfachung und der Realit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorurteilen hingegen fehlt dieser Abgleich mit der Realit\u00e4t. Zudem sind sie oft von feindseligen Gef\u00fchlen gepr\u00e4gt. Sie wirken blockierend und verstellen uns daher die M\u00f6glichkeit, ad\u00e4quat mit unserer Umwelt umzugehen. Dadurch wirken sie einschr\u00e4nkend bis destruktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Stereotype uns bestimmte Sichtweisen erleichtern k\u00f6nnen, besteht generell nat\u00fcrlich die Gefahr, in ihnen zu verharren, wodurch sie sich zu Vorurteilen manifestieren. Ist man sich dieser Gefahr aber bewusst, k\u00f6nnen Stereotype bis zu einem gewissen Grad hilfreich sein, da sie letztlich ja nicht willk\u00fcrlich aus der Luft gegriffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Stereotype sind also hilfreich, wenn<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>sie bewusst angewandt werden, das hei\u00dft, wenn man sich dar\u00fcber im Klaren ist, dass man eher Gruppennormen als das Verhalten einzelner Personen beschreibt.<\/li><li>sie eher beschreiben als bewerten. Das hei\u00dft, man geht von einem wahrscheinlichen Verhalten aus und bewertet dieses weder als gut noch als schlecht.<\/li><li>sie eine m\u00f6glichst genaue Beschreibung des Gruppenverhaltens liefern. Das hei\u00dft, je mehr differenziert wird, desto genauer wird die Beschreibung \u2013 desto mehr verabschiedet man sich aber auch von der Stereotypisierung.<\/li><li>sie als vorl\u00e4ufige Informationen verstanden werden, die korrigiert bzw. angepasst werden, sobald unmittelbare Informationen \u00fcber eine Gruppe oder eine Person gesammelt werden k\u00f6nnen.<\/li><li>sie ver\u00e4nderbar sind, d.h. sie sollen anhand weiterer Beobachtungen und Situationen, die sich mit den tats\u00e4chlichen Interaktionspartnern ergeben, modifiziert werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Interkultureller Dreischritt<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Weg zur Entwicklung interkultureller Kompetenz l\u00e4sst sich anhand von drei Schritten aufzeigen: Bewusstsein, Wissen und Anwendung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1) Bewusstsein<\/strong><br>Kulturelle Unterschiede werden fast immer untersch\u00e4tzt. Das f\u00fchrt dazu, dass \u201eFehler\u201c Personen zugeschrieben werden und nicht ihrem kulturellen Hintergrund. Um mit kulturellen Unterschieden ad\u00e4quat umgehen zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, sich diese zun\u00e4chst einmal bewusst zu machen. Erst dann erlangt man die notwendige Offenheit, um Verhaltens- und Arbeitsweisen von Kollegen und Gesch\u00e4ftspartnern aus anderen Kulturen zu deuten, Hypothesen zu bilden und sogar Annahmen \u00fcber k\u00fcnftige Handlungen zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2) Wissen<\/strong><br>Der zweite Schritt besteht darin, Wissen \u00fcber die andere Kultur zu sammeln. Erst dadurch sehen wir uns immer mehr in der Lage, die Handlungsweisen unserer Gesch\u00e4ftspartner vorherzusehen. Das Lernen auf dieser Ebene h\u00f6rt \u2013 \u00e4hnlich wie bei sozialen Kompetenzen generell \u2013 niemals auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3) Anwendung<\/strong><br>Zu guter Letzt gilt es, Konsequenzen aus dem Bewusstsein und dem gewonnenen Wissen zu ziehen und Handlungsalternativen zur bisher \u00fcblichen Herangehensweise zu finden. Es ist eine pers\u00f6nliche Entscheidung, wie weit man dabei gehen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Selbst- und Fremdbild<\/h4>\n\n\n\n<p>Einen weiteren gro\u00dfen Einfluss auf unsere interkulturellen Kontakte hat der Deckungsgrad von Selbst- und Fremdbild der beteiligten Personen. Selbst- und Fremdbild werden stark von unseren eigenen Erfahrungen und von vorhandenen Stereotypen und Vorurteilen bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei zwei Personen aus zwei verschiedenen Kulturen haben wir es mit mindestens vier Bildern zu tun: wie jeder sich selbst sieht und wie jeder den anderen wahrnimmt. Weichen diese Bilder stark voneinander ab, kann das zu gro\u00dfen Entt\u00e4uschungen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich der eigenen Bilder, Stereotype und Vorurteile und der anderen Kultur bewusst geworden ist, kann die Aneignung von Wissen dabei helfen, die Bilder zu reflektieren, zu korrigieren und angemessen damit umzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Autor<\/strong> Steffen Henke<\/em>l<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die oberste Voraussetzung f\u00fcr den Aufbau interkultureller Kompetenz ist das Vorhandensein von sozialer Kompetenz. Soziale Kompetenz zu besitzen, bedeutet, Rollenerwartungen in bestimmten Situationen genau zu kennen und \u00fcber Fertigkeiten zu verf\u00fcgen, die f\u00fcr die erfolgreiche soziale Interaktion notwendig sind. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise, das Verhalten anderer zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. 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